Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschenbild, n.

menschenbild, n.
gestalt des menschen und mensch selbst nach seiner gestalt, mhd. menschenbilde: so sprich ich, dasz mir kein menschenbild mein lebenlang fürkommen ist, das ich lieber sihe, denn e. keis. mayest. b. d. liebe 20ᵃ; es wird ein stufengang sichtbar vom menschen, der zunächst ans thier grenzt, bis zum reinsten genius im menschenbilde. Herder zur phil. 4, 174;
dw, mein Sewfrid, sag mir doch on,
was suchstw hie in dieser wild,
darin ich vor nie menschenpild
in dreisig jaren hab gesehen?
H. Sachs hürn. Seufrid 15, 423 Götze;
gottes bild in wort und that,
menschenbild in gottes rath,
mittler, schöpfer, pfleger bist
du in allem, Jesus Christ!
Herder z. litt. 4, 109;
o weiser brauch der alten, das vollkommne,
das ernst und langsam die natur geknüpft,
des menschenbilds erhabne würde, gleich
wenn sich der geist, der wirkende, getrennt,
durch reiner flammen thätigkeit zu lösen.
Göthe 9, 320;
anrede an die geliebte:
weil ich dich liebe unsäglich,
du liebes menschenbild!
H. Heine 15, 139;
abbild von menschen: ein buch mit thier- und menschenbildern. vergl. menschenabbild.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2041, Z. 43.

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Zitationshilfe
„menschenbild“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschenbild>, abgerufen am 03.12.2021.

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