Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschendünkel, m.

menschendünkel, m.
meinung, ansicht der menschen (vergl. dünkel 1, th. 2, 1538):
gott gib deinem worte macht,
dasz es nicht so sei gerichtet, wie es menschendünkel acht!
Logau 2, 199, 23;
auch im plur.: ist das nicht schrecklich zu hören? so leuft man an, wenn man gottes wort mit menschendünkeln wil handeln. Luther 3, 375ᵃ; die ander meinunge der kirchen ist, wie man auszer der ersten meinung selbs machet, und mit solchem namen nennet, oder heiszt, das der kirchen meinung sei, und ists doch nicht, sondern sind eitel menschendünkel, auszer der schrift erfunden. 6, 90ᵇ. heute heiszt menschendünkel übertriebene, hoffärtige meinung der menschen (vergl. dünkel 2, th. 2, 1539).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2043, Z. 81.

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Zitationshilfe
„menschendünkel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschend%C3%BCnkel>, abgerufen am 17.10.2021.

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