Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschengedicht, n.

menschengedicht, n.
1)
was menschen sich erfinden, ersinnen (vergl. gedicht 5, besonders c, th. 4¹, 2015 fg.): lieber, so las mirs (das papstthum) ein menschengedicht sein. Luther 4, 322ᵇ; hab ich dieselbige (beichte) auch als ein menschengedicht angriffen. br. 2, 57;
ich bin des innen worden,
es sein nur menschengedicht,
damit ich bin verbunden.
Ambraser liederb. nr. 109, 23 (klaglied einer klosterjungfrau);
ir gesatz und menschengedichte,
das wirt bald gar vernichte.
Soltau volksl. 259 (16. jahrh.).
2)
dichtwerk von menschen (vergl. gedicht 6): dies erste menschengedicht war gesang sein selbst. Herder bei Campe unter seiner.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2049, Z. 6.

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Zitationshilfe
„menschengedicht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschengedicht>, abgerufen am 03.12.2021.

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