Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschenlarve, f.

menschenlarve, f.
der nur das äuszere, nur die maske eines menschen trägt (vergl. larve 3, oben sp. 208): mit grausendem abscheu lieset man die nachrichten von manchen europäischen nationen, wie sie, versunken in die frechste üppigkeit und den fühllosesten stolz, an leib und seele entarten, und selbst zum genusse und erbarmen keine kräfte mehr haben. aufgeblähte menschenlarven sind sie, denen jedes edle, thätige vergnügen entgeht. Herder zur phil. 5, 100; blosz auf das gesicht des menschen bezogen: Samuel Johnson, der tiefes wissen mit wiz, und laune mit ernsthafter weisheit vereinigt, und dessen menschenlarve nichts davon ankündigt. Sturz 1, 1.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2059, Z. 28.

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Zitationshilfe
„menschenlarve“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschenlarve>, abgerufen am 27.10.2021.

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