Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschenrecht, n.

menschenrecht, n.
1)
dem menschen als solchem zustehendes recht; als gesamtbegriff, nur im sing.:
der weisz, dasz menschenrecht und recht der thronen
viel älter sind, als je ein recht der kirche war.
Blumauer 1, 171;
hier theilt mein herz des freien volkes glück,
auf menschenrecht und auf vernunft gegründet.
Matthisson ged. (1794) 14;
vernunft .. singt und redet
von menschenrecht, von bürgerbund.
Voss 4, 221;
auch ein einzelnes recht des menschen: es tritt da (im kriege), dem kastengeist zum schweren ärger, nicht selten das alte primitive impertinente menschenrecht wieder ein, dasz jeder nur das gilt, was er werth ist. Seume mein leben 74; im plur.: der zeitpunkt, worinn er (Posa) auftrat, war gerade derjenige, worinn stärker, als je, von menschenrechten und gewissensfreiheit die rede war. Schiller hist.-krit. ausg. 6, 38; der alte verliert eins der gröszten menschenrechte, er wird nicht mehr von seines gleichen beurtheilt. Göthe 49, 84; die sklaven und sklavinnen, denen das heidenthum sogar die menschenrechte versagte. Schlosser weltgesch. 4, 425;
seht, man gräbt das grab der menschenrechte,
und wer ruft gestorbene zurück?
Seume ged. 64.
2)
von menschen aufgestelltes recht: was für ein elendes menschenrecht. Herder bei Campe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2064, Z. 43.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
meieran messerzucken
Zitationshilfe
„menschenrecht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschenrecht>, abgerufen am 17.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)