Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschenseele, f.

menschenseele, f.
seele des menschen: (blödsinnige) würkent niht nâch den werken menschleicher sêl und habent doch menschensêl, sam diu kint. Megenberg 488, 28;
der erfahrne kenner,
in menschenseelen, seinem stoff, geübt.
Schiller don Carlos 3, 10;
oft bezeichnung der person, mit hervorhebung der seele: ich glaube überhaupt, dasz jede menschenseele ein und das andremal davon etwas empfunden hat. Göthe 19, 323; jammer! jammer! von keiner menschenseele zu fassen. 12, 233;
was menschenseelen wol ansteht
und himmelsgunst gebieret.
P. Gerhard 13, 87;
eine schöne menschenseele finden,
ist gewinn; ein schönerer gewinn ist,
sie erhalten, und der schönst und schwerste
sie, die schon verloren war, zu retten.
Herder z. litt. 6, 31;
reichthum übt
die gröszte herrschaft über menschenseelen.
Schiller scenen aus den Phöniz. (hist.-krit. ausg. 6, 139);
im gemeinen leben keine menschenseele mit nachdruck für niemand: 'war jemand da?' keine menschenseele! vergl. kein mensch und keine seele oben sp. 2031.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2067, Z. 21.

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Zitationshilfe
„menschenseele“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschenseele>, abgerufen am 07.12.2021.

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