Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschentand, m.

menschentand, m.
vanitudo, pompa inanis, traditiones humanae. Stieler 2254: das man ganz und gar von der schrift komen ist, auf lauter menschenthand. Luther 3, 337ᵇ; aber platten, kaseln, und dergleichen, ist menschenthand. 527ᵇ; und findet sich also, das heiligendienst sei ein lauter menschentand und ein eigen fündlin. 5, 145ᵃ; so doch seine lere falsch und unrecht (als lauter menschenthand) ist. 6, 14ᵃ; das man die wassertaufe nicht so gering achten müsse, als einen menschenthand. 283ᵃ; und all dein blei und wildigkeit abtreiben und ausbrennen, darmit die lere wider gescheuert und von allerlei menschentand gefeget werde. Mathes. Sar. 88ᵇ; wo man .. andere leute mit menschentand und lehren verführet. Kirchhof wendunm. 419ᵃ; und so kämen wir wieder zu einer offenbarung, oder zu menschentand. Möser verm. schr. 1, 134;
dafür ein menschentandt sie lehrn.
H. Sachs 5, 5ᵃ;
der sinen sun uns hat gesandt,
redt gottes wort, nit menschendandt.
trag. Joh. H 7;
im anfang führet ihn sein forschender verstand
nah zu der wesen grund, und weit vom menschentand.
Haller schweiz. ged. 59;
dort oben, ja dort oben
bei gott und seinem Christ
wird aller wahn zerstoben
und menschentand und list.
Arndt ged. (1840) 566.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2069, Z. 63.

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Zitationshilfe
„menschentand“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschentand>, abgerufen am 24.01.2022.

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