Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschenthier, n.

menschenthier, n.
mensch als thier betrachtet, daher mit hervorhebung seiner niedern und der unentwickelten höheren menschlichen natur (vergl. dazu mensch 7, sp. 2024 fg.): diese menschenthier (kannibalen) betten an sunn und mon. Frank weltb. 221ᵇ; in der wirkung eines verlusts auf unsere einbildungskraft finde ich den unterschied zwischen mensch und menschenthieren. Dya Na Sore 5, 205; wir hassen alle den despotismus, ... gleichwohl übt ihn jeder mehr oder weniger aus. ein beweis, dasz wir alle überzeugt sind, es gehöre etwas gewalt dazu, das gefährliche menschenthier in schranken zu halten. Klinger 11, 98;
fürs erste suche zu studiren,
mit welcher art von menschenthieren
das schicksal dich zusammenschlägt.
Seume ged. 83;
du ruchlos menschenthier!
A. v. Droste-Hülshoff ged. 67;
auch mensch von niederer als menschlicher abstammung: nun könnte ich den häszlichen traum ausmahlen, was aus der menschheit hätte werden müssen, wenn sie, zu diesem loose verdammt, in einem vierfüszigen mutterleibe zu einem thierfötus gebildet wäre: welche kräfte sich damit hätten stärken und schwächen, welches der gang der menschenthiere, ihre erziehung, ihre lebensart, ihr gliederbau hätte sein müssen. Herder z. phil. 4, 128.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2070, Z. 21.

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Zitationshilfe
„menschenthier“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschenthier>, abgerufen am 27.10.2021.

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