Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschenwerk, n.

menschenwerk, n.
werk von menschen gemacht: zwar an jedem menschenwerk bleibt etwas von der seele des menschen hängen, der es gefertigt. Freytag handschr. 1, 342; mit dem nebensinn des kleinlichen, nichtigen oder hinfälligen (vergl. dazu mensch 8, d): pfui, wie sieht so ein menschenwerk und so ein schlechtes nothgedrungenes menschenwerk, so ein schwarzes städtchen, so ein schindel- und steinhaufen, mitten in der groszen herrlichen natur aus! Göthe 16, 198; diese stadt liegt alt und gebrochen, in einem weiten kreise von blühend grünen bergen, die wie ewig junge götter auf das morsche menschenwerk herabsehen. H. Heine 2, 64;
menschenwerk
ist aller klugheit künstliche berechnung.
Schiller Wallensteins tod 4, 8;
auch that der menschen, eben auch mit dem nebensinne des nichtigen, oder auch des sittlich-schlechten: ich beware mich in dem wort deiner lippen, fur menschenwerk, auf dem wege des mörders. ps. 17, 4;
kömmts (ein kind) auf die bein und wächst herzu,
lernt schwarz und weisz verstehen,
so merkts, was man auf erden thu,
wie menschenwerke gehen,
sieht lauter böses, gar nichts guts.
P. Gerhard 335, 25.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2074, Z. 23.

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Zitationshilfe
„menschenwerk“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschenwerk>, abgerufen am 07.12.2021.

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