Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschenwitz, m.

menschenwitz, m.
sapientia humana. Stieler 2570; klugheit der menschen im ersinnen und ausführen: do stund in (ihnen) auf grosz sterben und sucht und maniger hand betrübnus, die kunst noch menschenwicze nit wenden mocht. Müglin 28ᵃ;
was menschenwitz erdichtet.
Weckherlin 264;
in allen ordnungen der dinge,
die gott als möglich sah, war menschenwitz geringe:
der mensch war immer mensch, voll unvollkommenheit.
Uz 1, 217;
hier (in der fabel) gilt, was menschenwitz von einer andern welt
nur jemals im gehirn sich möglich vorgestellt.
Lichtwer fabeln 4. buch, eingang;
was lockst du meine brut
mit menschenwitz und menschenlist
hinauf in todesgluth?
Göthe 1, 185;
ich grüsze dich, du einzige phiole!
die ich mit andacht nun herunterhole,
in dir verehr ich menschenwitz und kunst.
12, 42;
selbst jener wilde quell, den tief im schlunde
kein menschenwitz und keine kraft beschwor.
13, 257;
was sollen deine götter,
des kranken weltplans schlau erdachte retter,
die menschenwitz des menschen nothdurft leiht?
Schiller resignation (hist.-krit. ausg. 4, 29);
ja freilich nicht allein von menschenwitze
ist solches machtwerk aufgeführet worden.
Rückert 128;
im sprechen:
du leeres gewäsche,
dem menschenwitz fehlt!
Hagedorn 3, 116.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2074, Z. 76.

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Zitationshilfe
„menschenwitz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschenwitz>, abgerufen am 02.12.2021.

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