Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

menschgott, m.

menschgott, m.
wie menschengott.
1)
von Christus (vergl. gottmensch):
o menschgott! heiland! heil! dem alle dinge geben
in allem allen preisz; du alles lebens leben.
Fleming 35;
du wunder mensch-gott du bist her zu uns gestiegen
ausz deines vatters schosz.
A. H. Buchholtz weihnacht frewde (Rinteln 1639), rückseite des titels;
du (heilger geist) warst die feürig khol, so des forsagers lippen
durch flammenbotten-hand berührt hatt, der die krüppen
des mänsch-gotts for gewiegt wol achthalb-hundert jar,
eh er, der jungfrau-sohn, zum hail gebohren war.
Rompler 4.
2)
auch von menschen, mit betonung seiner göttlichen art: ruhige aushaltung eines eigenen, öffentlichen ehr-bankbruchs setzt entweder eine fast unmenschliche tiefe, oder eine übermenschliche höhe voraus, kurz zwei fernen von den gewöhnlichen menschenstimmen, in welche diese nicht hingelangen; wiewol doch der menschgott auf der höhe immer einen gottmenschen und gott selber in seinem innern hat, der ihn auf dem äuszern pranger durch innre kronen tröstet. J. Paul nachdämmerungen s. 78. vergl. menschgöttin.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2077, Z. 7.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
meieran messerzucken
Zitationshilfe
„menschgott“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/menschgott>, abgerufen am 24.01.2022.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)