Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

merdum, m.

merdum, m.,
die im mittellatein. vorkommende form neben merda (merda, merdum, merdula, merdulum, treck, kat, scheisz Dief. 357ᵇ), wird in den Nürnberger fastnachtspielen scherzhaft verhüllend für das deutsche wort gebraucht, als masc. nach dem letzteren:
den merdum, den ich han geschissen,
dem hab ich das heubel abgepissen,
das er uber mein wang abran.
126, 16;
dem sol man seinn munt mit merdum vermaurn.
711, 13;
sonst auch merdrum:
den gehort ein solche straf zu
das man in des merdrums in die meuler schlug.
Rosenblut ebenda 1159 (variante der Dresdner handschr. nr. 50 merdams);
that darnach den merdrum aufdecken,
der feihel wurd jr nit wol schmecken.
H. Sachs 4, 3, 49ᵈ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2091, Z. 3.

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Zitationshilfe
„merdum“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/merdum>, abgerufen am 03.12.2021.

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