Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

merker, m.

merker, m.
1)
der da acht gibt, auf etwas merkt (vergl. merken 5, namentlich 5, d); in scheltendem sinne, aufpasser:
eines hübschen ritters   gewan ich künde.
daʒ mir den benomen hân   die merker und ir nît,
des mohte mir mîn herze   nie frô werden sît.
minnes. frühl. 7, 24;
bei hof ist kein volk stärker,
als schlaue, schlimme merker.
Logau 2, 103, 19;
vor jedem bösen gast
sind mir die merker all verhaszt.
Kinkel Otto der schütz s. 42;
in milderer bedeutung nur beobachter:
der ritter war ein schlauer merker.
Wieland 4, 188 (n. Amadis 8, 23);
bei den meistersingern hiesz merker der der auf den kunstmäszigen gesang acht gab und ihn beurtheilte: beim singen und dichten um den meistergrad hatten die sogenannten merker auf die fehler zu achten und sie zu bestrafen. Schlosser weltgesch. 9, 414;
ir wîsen merker, nement war, ob ich die kunst iht spede.
Kolmarer liederhandschr. nr. 18, 25
lâ sehen wer under uns ersinge hie den Grâl,
und wer mit kunst behalte hie daʒ in die merker prîsen.
nr. 61, 52;
der in seim haus ist her wie ich,
sei merker oder singer.
meisterges. Berl. hdschr. fol. 23, nr. 89;
vergl. dazu merken 5, e.
2)
merker, dim. merkerlein, das merkzeichen, z. b. in ein buch. bairisch. Schm. 1, 1651 Fromm. in Tirol einem einen merker geben, eine ohrfeige als mittel der erinnerung. Schöpf 435. vergl. auch merks.
3)
im schiffbaue merker der luke, ein etwas gebogenes querholz, das in der mitte über der öffnung der luke liegt, damit die deckel der luke darauf ruhen können. Campe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2102, Z. 39.

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Zitationshilfe
„merker“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/merker>, abgerufen am 25.10.2021.

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