Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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allermerkwürdigst

allermerkwürdigst:
die zeichung ist eine der allermerkwürdigsten.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 226, Z. 40.

merkwürdig, adj.

merkwürdig, adj.
notatu dignus, notatione dignus. Frisch 1, 659ᵇ: merkwürdige dinge, res memorabiles. Steinbach 2, 1052; ein merkwürdiger krieg, bellum memorabile. ebenda; eine merkwürdige schlacht, memoranda pugna. ebenda; Genueser, das ist eine merkwürdige stunde. Schiller Fiesko 3, 5; etwas ist merkwürdig, wird merkwürdig gemacht, gefunden: das deucht mich merkwürdig zu sein, memoriae prodendum id mihi videtur. Steinbach 2, 1052; dieser tag war an traurigen auftritten bei unserm patienten besonders merkwürdig. Schiller hist.-krit. ausg. 1, 111; der tod des königs von Navarra, welcher auf eine vor dieser stadt empfangene wunde erfolgte, macht die belagerung von Rouen im jahr 1562 berühmt, aber nicht eben merkwürdig. denn der hintritt dieses prinzen blieb gleich unbedeutend für beide kämpfende parteien. 9, 323; das haus mag wohl für fremde merkwürdig sein. Freytag handschr. 1, 84; er ... fand die bodenbildung des gutes sehr merkwürdig. 336; substantiv etwas merkwürdiges, entweder das geschieht: viel merkwürdiges gethan haben, multa memorabilia effecisse. Steinbach 2, 1052; alles was geschieht, das merkwürdige wie das unbedeutende, reiszt der zeitstrudel mit sich in die vergessenheit hinab. Schiller hist.-krit. ausg. 9, 186; ich bin überzeugt, dasz mir auf meiner ganzen reise nichts so merkwürdiges aufstöszt, als mir mit euch und eurem kinde und dem löwen begegnet ist. Tieck Octav. 160; das merkwürdige eines solchen fundes. Freytag handschr. 1, 17; beide empfanden, dasz etwas merkwürdiges und vielverheiszendes in dem thale schwebte, welches sie als suchende betraten. 58; oder das man beschaut: weil ich ohnediesz wünschte, das merkwürdige dieser stadt zu sehen. Schiller hist.-krit. ausg. 4, 197; es war auch hier nichts merkwürdiges zu sehen. Freytag handschr. 1, 91;
da der chevalier
so viele länder hat gesehen, wird
er ohne zweifel viel merkwürdiges
uns zu erzählen wissen.
Schiller don Carlos 1, 4;
die heutige sprache verbindet mit merkwürdig gern auch den abgeschwächteren sinn des auffallenden, verwunderlichen: zweierlei war das merkwürdigste an dem vagabunden. Immermann Münchh. 1, 168; sehr merkwürdig ist, wie mit dieser abnahme der denkkraft eine unruhige und zerstörende sinnlichkeit überhand nimmt. Freytag handschr. 3, 54; von da ab trat (bei der aufführung eines schauspiels) auf einmal, ich weisz selbst nicht, weshalb, eine merkwürdige erkaltung beim publicum ein. P. Lindau wie ein lustspiel entsteht (1876) s. 71; oft auch nur den des auszergewöhnlich starken: das kind hat eine merkwürdige ähnlichkeit mit seinem vater; das ist ein merkwürdig steiler fels; und es wird das wort selbst mit einem anfluge von humor gebraucht: das ist ein merkwürdiger kerl, von einem der durch sein thun oder wesen auffällt; er hat eine merkwürdig hohe meinung von sich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2107, Z. 45.

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Zitationshilfe
„merkwürdig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/merkw%C3%BCrdig>, abgerufen am 24.01.2022.

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