Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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meerrettich, m.

meerrettich, m.
cochlearia armoracia, pflanze und wurzel derselben, die als speise und gewürz gebraucht wird. der ahd. name meri-ratich, mer-ratich, mer-retich (Graff 2, 492) thut dar, dasz das gewächs als ein fremdes, über meer gekommenes aufgefaszt worden ist (auch der weitere name kren ist undeutsch und zeigt auf fremden ursprung, th. 5, 2167), und dasz demnach ein zusammenhang des wortes mit mähre equa, ahd. meriha, später merhe, mere (sp. 1467) nicht besteht, trotz der englischen bezeichnung horse-radish, die demnach auf anderm boden wurzelt. raphanus merretich, merrettich, mörrättich, mirreteich u. ähnl., gekürzt mirch Dief. 484ᵇ; merretig, vulg. kren, raphanus minor. voc. inc. theut. n 6ᵇ; niederd. merredich, mirredich Schiller-Lübben 3, 76ᵇ; diu wurz, diu etswâ merretich haiʒt und anderswâ kren. Megenberg 418, 25; der meerrhetich ist mit geschmack und geruch sterker dann der zam, dermaszen das er die augen ubertreibt. Bock kräuterb. 280ᵃ; meerrhetich klein zerschnitten, zerstoszen, mit salz und essig abbereit, gibt ein guͦt salsament zuͦ fisch und fleisch. 280ᵇ;
ich hatte meerrettig gegessen, Charis,
und hatte recht, den athem abzuwenden.
H. v. Kleist Amphitryon 2, 3;
man raune sich ins ohr, du seist zwischen dem rindfleisch und meerrettig gemacht worden, und dein vater habe dich nie ansehen können, ohne an die brust zu schlagen und zu seufzen: gott sei mir sünder gnädig! Schiller hist.-krit. ausg. 2, 61 (räuber 2, 1); rindfleisch und meerrettich sind ein zwischenessen bei tische, der ausdruck will demnach sagen, zwischenhin, ohne sorgfalt und mühe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1856, Z. 58.

merrettich, m.

merrettich, m.,
s. meerrettich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2109, Z. 57.

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Zitationshilfe
„merrettich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/merrettich>, abgerufen am 27.10.2021.

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