Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

merzen, verb.

merzen, verb.
aussondern, wegthun, fortthun, vgl. ausmerzen th. 1, 918. das wort, ein landwirtschaftliches, ist zunächst gebraucht von der im märz vorgenommenen aussonderung der schafe (s. merzschaf), und der etymologische zusammenhang des verbums mit dem monatnamen, der in der neueren sprache durch verschiedene schreibung verdunkelt ist, wird in der älteren zeit auch noch hervorgehoben:
o wie wuszt Jupiter so wol,
wie er euch (flöhe) zum zweck bringen soll,
inn dem er gschaffen hat den merzen,
der euch erfrört im leib die herzen,
das ir davon fallt an alln enden
wie die mucken im herbst an wänden.
hehem, also mus man euch merzen:
also vertreibt man euch das scherzen.
Fischart flöhhatz 3229;
merzen, seligere oves et separare Stieler 2374; im allgemeinen sinne wegschaffen: also soll man die mönch merzen und inn luft henken, so fressen sie keine maden. Garg. 252ᵃ; und zu letzt würden so vil sacrament sein, dasz man jr kein end wüszte, und sie eins theils im wind wannen, und inn der sonnen merzen, oder mit der spanischen schiffart in die neuen inseln verschicken müszt. bienk. 163ᵇ; aus etwas merzen, heraus merzen:
die lasterei heraus zu jäten und zu merzen.
v. Birken Guelfis 315;
wer diesen gott mir zu entziehn vermeint,
sein theures bild aus meinem herzen
mit pfeilen der satyre merzen,
mich so erleuchten will, der ist mein feind.
Gotter 1, 420.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2110, Z. 15.

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Zitationshilfe
„merzen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/merzen>, abgerufen am 03.12.2021.

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