Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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masten, verb.

masten, verb.
mit einem maste versehen, in bemasten th. 1, 1458, entmasten 2, 573.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1715, Z. 14.

masten, verb.

masten, verb.
mast, feiszt werden; in der älteren sprache von menschen:
ich sprich: soln die jungen wachsen und masten,
so kunnen sie nit als lang gevasten,
als die alten oft verziehen.
fastn. sp. 747, 28;
frau. doch sag niemandt von meinem fasten.
magd. fraw jr werdt nicht sehr darvon masten.
H. Sachs 3, 2, 175ᵈ;
daher schlemmen, schwelgerisch leben: was hilft dichs wenn du gleich mit allen schlämmern masten und debauchiren kannst. Wiedemann sept. 15; später vom fettwerden des mastviehs, als selteneres wort: masten, gebrauchen einige für saginari. Frisch 1, 648ᵃ; man sagt, wenn man um diese zeit (im mai) gänse mästet, so sollen sie nicht masten. Coler. calend. 38; den schweinen die in den hölzern masten, wird sonsten nichts gegeben. hausb. 334; die schweine masten von den trebern, sues quisquiliis frumentorum saginantur. Steinbach 2, 30; auch bezüglich des fett machenden futters: kartoffeln, eicheln masten gut. Campe. vergl. mastung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1715, Z. 16.

mästen, verb.

mästen, verb.
mast oder feiszt machen; ahd. mastan, mestan (alendum mastenti, mastendan Steinmeyer - Sievers gloss. 1, 22, 36), ags. mästan, mhd. mnd. mnl. mesten.
1)
mit acc., in bezug auf schlachtthiere: saginare mesten, meisten, misten Dief. 507ᵇ; mesten, incrassare, impinguare, obesare, impinguescere. voc. inc. theut. n 6ᵃ; mesten, feisztmachen, in die mestung legen, saginare, farcire, huberare, opimare, pinguefacere, obesare, saginare. Maaler 289ᵇ; die seüw einlegen zuͦ mesten, die seüw mesten, cibatu longiore sustentare sues. ebenda; sein haus was an einem wasser, da man die seuw in wescht, wann man sy mesten will. Pauli schimpf 24; hätten ... gute schöpse gemästet. Schweinichen 1, 363; schweine mesten, porcos, sues saginare Stieler 1274; die vögel mit eingeweichtem brote mästen, aves madefacto pane obesare. Steinbach 2, 30; sie mästet die gänse, anseres pingues facit. ebenda; eine henne mästen, gallinam opimam reddere. ebenda; die kühe werden wie die ochsen gemästet. öcon. lex. 1536; man mästet sie (die gänse) auch mit schrote von allerhand geringen getraide. 1538;
man mestet swîn mit klîen und eicheln.
Renner 5883;
der wirt mest huͤner, gens damit.
Wickram bilg. P 3, bl. 56;
die gänse mästet man (im november), besteigt das dach, man drischet.
Brockes 2, 538;
viel fette schweine mästest du,
und giebst den hühnern futter.
Schiller hist.-krit. ausg. 11, 215;
mit schrot gemästet wird das schwein,
und als der winter dränget,
geschlachtet.
Voss 6, 147;
im part. gemästet: eʒ ist auch gesetz, das elleu gemesten swein, di in der stat gemest werden, in der stat bleiben sullen. Nürnberger pol.-ordn. 201; eine gemästete gans, anser fartilis Steinbach 2, 30;
geh an den mark und kauf uns ein
drei capaunen, gemest und feist.
H. Sachs fastn. sp. 2, 46, 251;
viele gemästete schaf und viel schwerwandelndes hornvieh
zogen sie ab am gerüst und bestellten sie.
Ilias 23, 164;
die um sie selbst so viele gemästete rinder und schafe
schlachteten.
Odyss. 23, 304;
mit unterdrücktem object: mestall (mäststall), das ort da man mestet, saginarium Maaler 289ᵇ; mästet man mit rüben, möhren und andern dergleichen gewächsen .. (so) sollen dieselben mit abwaschen und sonsten zuvor gereiniget werden. öcon. lex. 1534.
2)
mästen, fett machen, auch in bezug auf menschen: seine gebeine werden gemest mit mark. Hiob 21, 24;
(ein pfaffe) sol ûf eime kôre
wol singen hôhe wîse
und mit rîlîcher spîse
vil schône mesten sînen lîp.
K. v. Würzburg troj. krieg 19149;
und hier gern seinen bauch mästen: den bauch mesten und fülln. Kirchhof wendunm. 452ᵃ;
ich habe niemals danach gefragt:
von welchem schnepfen und fasanen,
capaunen und welschenhahnen
ich mein bäuchelchen gemästet.
Göthe 47, 77;
vgl. auch unter anmästen oben th. 1, 405; ironisch: einen auf schwäbisch mästen, ihm magere kost geben: er (der hauswirt) zehrte mit seinen kostgängern und seine kostgänger nicht mit ihm, und er hätte sich und sein hausgesind mit demjenigen, was sie ihm eintrugen, gar reichlich ernehren können, wann es der schindhund nur dazu hätte angewendet; aber er mästete uns auf schwäbisch und hielt gewaltig zurück. Simpl. 1, 348 Kurz.
3)
gern reflexiv, sich mästen:
swer sich welle mesten,
der sol kêren zem gesinde,
guotiu vuore macht si veiʒ.
minnes. 2, 287ᵇ Hagen;
darumb das jnen der bapst kein sold gibt, lesset sie sich mit geschenken selbs mesten. Luther 1, 299ᵃ; wolt auch wol, das man der hohen groszen klöster ... nicht alle zurisse, sondern zu schulen machte, wo es not were, das hülfe dem armen adel seer, und wurden nützliche leute draus, da jtzt eitel beuche und wenste, wie die ratten und meuse in den scheunen, sich mesten. 8, 10ᵃ; das jr euch mestet von dem besten aller speisopfer meines volks Israel. 1 Sam. 2, 29; sich mit guten biszlein mesten, cupediis farciri. Stieler 1273; da mästen sich wieder die mönche, und wer bekümmert sich darum, dasz das volk hungert? Seume spazierg. 2, 79; mein bruder mästet sich mit ehelicher liebe, und ist schon am zweiten duzend kinder. Sturz 1, 27;
sie mögen sich, nebst tausend gästen,
mit schnepfendreck und austern mästen.
Gleim 1, 113;
auch mästet man sich eben nicht (als dichter)
von Mäcenaten-gnade.
Bürger 40ᵃ;
sie brachten, sich zu mästen,
und gutlich sich zu thun, ihr faules leben hin.
Gotter 1, 369;
die sich vom raube der vertriebnen bürger mästen.
Schiller Piccol. 1, 2;
von thieren: ein gefräsziges schwein mästete sich unter einer hohen eiche mit der herabgefallenen frucht. Lessing 1, 136; ein unflätiges ungeheuer (die natur), das von seinem eigenen koth, viele tausendmal aufgewärmt, sich mästet. Schiller hist.-krit. ausg. 2, 349;
ich weiʒ wol, daʒ sich an im werdent mesten kleiniu würmelîn.
minnes. 2, 250ᵇ Hagen;
von allen thieren, grosz und klein,
die sich bei göttern mästen,
behagt Silenus eselein
noch meinem sinn am besten.
Bürger 28ᵃ.
4)
mästen, in bildern:
tôren mestet lop und smeichen.
Renner 5885;
diese wolgemeste grobe dicke gespückte lügen. Kirchhof wendunm. 357ᵃ; ich mäste eure schande, und füttere euer gericht. Schiller hist.-krit. ausg. 2, 291 (räuber trauerspiel 4, 8);
einen dürren wetzstein mästen,
osten setzen zu dem westen, ..
wer sich desz wil unterstehen,
musz mit schimpf zurücke gehen.
Logau 1, 7, 52;
er kan die tittel mästen,
trägt stets den fetsten auf, zeucht stets herfür den besten.
3, 215.
5)
mästen, mit sächlichem subject, wie nähren, von dem futter, was feiszt macht: mastspeisz, die wol mestet, sagina Maaler 284ᶜ; das wol neert und mestet, altilis 289ᵇ; rothe rüben mit dem kraute mästen auch wohl. öcon. lex. 1535; transitiv:
ich lebe hier fast königlich (spricht der mops),
mich mästen lauter leckerbissen.
Hagedorn 2, 28.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1882), Bd. VI (1885), Sp. 1715, Z. 35.

meste, f.

meste, f.
fruchtmasz und gefäsz; ein mitteldeutsches wort, dessen nächste voraussetzung das fem. und adj. mast (sp. 1712. 1713 fg.) ist, und das vielleicht éins ist mit dem ahd. mestî sagina Schm. 1, 1682 Fromm., sagina mesti Dief. 507ᵇ, wie auch bair. neben mast die form mest steht. in Mitteldeutschland hätte sich unter dieser voraussetzung aus der allgemeinen bedeutung des futters die eines gewissen maszes von solchem ergeben, und die des messenden behälters. das wort ist im süden ebenso wie im norden unbekannt, und hat seine eigentliche verbreitung in dem östlichen Mitteldeutschland und in der Wetterau (es muszte auch in Nürnberg bekannt sein, s. nachher mestern), reicht aber nicht an den Rhein, und nur wenig nach Niederdeutschland. es bezeichnet
1)
ein fruchtmasz: metreta meste l. eicht mosz Dief. 360ᵃ; auch giebet ein ackermann in etzlichen dorfen dem obersten greven jares ein somern habern, und ein einlitzig ander man einen (eine?) mesten. weisth. 3, 458 (Wetterau, anf. des 15. jahrhunderts); ein malter elf mesten korn, und ein malter elf mesten haffern. Lennep lands. 2, 62 (von 1600); jetzt noch westerwäldisch mest, 1⁄8 malter haltendes masz Kehrein 278; im Waldeckschen meste, ein kornmasz (2 spind) Curtze 484; im Westfälischen ist meste auf ein kohlenmasz übertragen (1⁄25 tain) Woeste 174ᵇ.
2)
im östlichen Mitteldeutschland ist die bedeutung des maszes vergessen und nur die des behälters, namentlich für küche und tisch geblieben; früher war allerdings meste auch hier das masz, wonach der salzmann (salzverkäufer) das salz verkaufte, so in einem alten düringischen spiel:
brenge mir ouch den beder mit der questen,
den salczman mit der mesten,
den smet mit der czangen.
Mone altd. schausp. (1841) 119, 338;
davon jetzt meste, salzmeste, das salzgefäsz ohne rücksicht auf seinen umfang, in Düringen, Meiszen, Schlesien, in Westfalen meste salzkasten am herde, syn. saltfat, saltlöpen Woeste 223ᵃ; und weiter pfeffermeste pfefferbüchse, quargmeste zur aufbewahrung des quarges, sträusandmeste, sandbüchse, endlich, ganz in den begriff eines viereckigen kästchens verflüchtigt, guckmeste guckkasten, starmeste kästchen zum nisten für die staare. Weinhold 62ᵃ; in der Lausitz meste, pechmeste, harzmeste, das behältnis von fichtenrinde, worin das abgeschabte harz gesammelt wird. Jacobsson 3, 61ᵃ.
3)
in Schlesien nennt man meste auch eine frau, besonders starke, dicke (Weinhold); in Leipzig schmiermeste ein schmutziger mensch Albrecht 170ᵇ. vergl. auch salzmeste.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2134, Z. 10.

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Zitationshilfe
„meste“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meste>, abgerufen am 29.11.2021.

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