Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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metzen, verb.

metzen, verb.
1)
(vgl. das masc. metz) behauen, als bildhauer formen: ahd. dolatis lapidibus gimëzzôten steinon Steinmeyer u. Sievers 1, 446, 3; mëzzôn dolare lapidem Schm. 1, 1702 Fromm.; nhd.
und was Lysippus hat gemetzt,
ist nit ein schnipf mehr über.
Balde ebenda;
wo man den marmel gräbt,
aus welchem die natur hat unser bild gemetzet.
Hoffmannswaldau auserles. ged. 4, 10.
2)
in stücke hauen, niedermachen (vgl. metzeln 1):
du wollest doch nicht mehr der feinde scharfes schwerdt,
die ganz uns willens sind zu dämpfen, lassen wetzen:
du zuflucht Israels, lasz doch dem wilden metzen
nach solcher angst und noth, nach dieser langen pein
und schweren kriegeslast, einmal ein ende sein.
Opitz 3, 323;
so metzet stark mit schwerdern drein.
Hildebrand volksl. 402 (von 1664).
3)
metzen, schwäbisch, schlachten. Schm. 1, 1702 Fromm.
4)
das wenig, aber altbezeugte metzen, mit dem dazu gehörigen masc. metz, ahd. mëzzo (thie mëzzon Otfrid an Hartmut 68) begegnet zunächst als ein steinhauerausdruck, in offenbarem wurzelhaften zusammenhang mit meiszen schneiden, stückweise abtrennen (sp. 1986) und meiszel (sp. 1984); wozu auch niederl. metsen struere, exstruere muros, parietes etc. (Kilian) mit der weiterbildung metselen gehört. zu diesem metzen musz das verbum metzeln oben sp. 2153 als frequentativum angesehen werden, das, wie metzen selbst auch (vgl. ihre begrebnussen zwüschen Gnadenthal und s. Peters platz ... wurden zerstöret, die aufgerichten grabstein mit den hebraischen epitaphien nachmalen zermetzet, und die maur des inneren stattgrabens damit bedeckt. Wurstisen 171), auf dem grundbegriffe des zerkleinerns und stückweisen abtrennens seine bedeutungen weiter entfaltet hat, und der anklang an ital. macellare schlachten von lat. macellum fleischbank, wozu man metzeln stellt, erscheint nur als ein zufälliger. ist dies aber richtig, so können auch metzgen und die dazu gehörige sippe nicht, wie man will, entlehnungen aus den romanischen sprachen sein, sondern sie müssen mit metzen zusammengebracht werden; und metzeln und metzgen als handwerkliche ausdrücke betonen somit nicht das tödten des viehes (das heiszt stechen, vergl. nebeneinandergestellt stechen und metzelen weisth. 1, 507, s. die stelle unter metzeln 2), sondern das kunstgerechte zerkleinern desselben für die wirtschaft.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2154, Z. 34.

metzen, verb.

metzen, verb.
als müller die mahlmetze nehmen (vergl. metze 2, sp. 2153):
der müller sprach (zu einem früheren müller, nun bettler): o hetstu fleiszig
zugsehn und mit der molten gmetzt,
und basz die weizenseck beschetzt,
dörftst jetzund nit partecken lesen.
B. Waldis Esop 4, 47, 21;
sprachen, er (der müller) thet jn zweimal metzen.
Eyring 2, 78;
wer nicht richtig mahlt und metzet,
hat den grund auf sand gesetzet:
müller, weiszt du das?
mildheim. liederb. nr. 442, 2;
tirol. metzen und metznen, beim mahlen den gesetzlichen antheil nehmen. Schöpf 436; in der Oberpfalz und Franken metzen und mitzen Schm. 1, 1705 Fromm.; niederd. matten, s. oben sp. 1765.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2154, Z. 76.

metzig, metzigen, metziger

metzig, metzigen, metziger,
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2158, Z. 19.

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Zitationshilfe
„metzigen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/metzigen>, abgerufen am 28.11.2021.

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