Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

meuchlerisch, adj. und adv.

meuchlerisch, adj. und adv.
1)
clancularius, clandestinus, fallax Stieler 1253: als wann sie von anfang her dem römischen bischoff solche ehr hetten zugeschrieben, welche sie selber erste meuchlerischer weise gestoln, und hernach offentlich geraubt haben. G. Nigrinus papist. inquis. 117; auch noch bei Göthe, aber hier in die folgende bedeutung überspielend:
ich las in ihren feuerblicken
nicht eine silbe von verrath;
sie schien mit mir sich zu entzücken,
und sann auf solche schwarze that!
konnt ich in ihren armen träumen,
wie meuchlerisch der busen schlug?
1, 211,
vergl. nachher:
von eigennutz sing und von verrath,
von mord und diebischem rauben.
214.
2)
meuchelmörderisch: er schalt die anwesenden herren, dasz sie ein solches meuchlerisches beginnen (ziehen des degens in einer gesellschaft und schwere verwundung) nicht auf der stelle geahndet. Göthe 19, 282; ich wohne in dem sogenannten groszen gasthofe, einem hause von gewaltigem umfange und dem nämlichen, worin Winckelmann von seinem meuchlerischen bedienten ermordet wurde. Seume spazierg. 1, 62;
ein mönch erbot sich dir, mich meuchlerisch
zu morden; du bestraftest den verräther.
Schiller braut von Mess. v. 480;
doch die freier beschlossen den tod Telemachos' jetzo,
meuchlerisch.
Odyss. 20, 242.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2163, Z. 11.

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Zitationshilfe
„meuchlerisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/meuchlerisch>, abgerufen am 29.11.2021.

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