Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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milchpfennig, m.

milchpfennig, m.
1)
wie milchgeld, erlös aus der milch eines landgutes; mit bezug darauf, dasz dieser erlös meist in die tasche der hausmutter flieszt: jener säugling (spottend von einem jungen soldaten) ist gewisz ein strohjunker, dem seine mutter etliche milch-pfennige geschicket, die er jetzo seinen cameraden spendirt. Simpl. 1, 278 Kurz.
2)
wie milchzins, steuer, welche bischöfe erhoben, wenn die zuhälterin eines pfaffen ein kind geboren hatte (vgl. auch kindeszehend th. 5, 762): die pfaffen muszten jm von jren köchin, wenn sie ein kind hatten, ein gülden geben, den nennet man ein milchpfenning. Luther tischr. 253ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2197, Z. 39.

milchpfennig, adj.

milchpfennig, adj.
einen milchpfennig zahlend: pfui ausz ... mit den milchpfennigen barren merren. Garg. 62ᵇ, mähren am barren, d. i. concubinen (vgl. mähre 4, sp. 1468), die den milchpfennig geben.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2197, Z. 50.

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Zitationshilfe
„milchpfennig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/milchpfennig>, abgerufen am 26.01.2022.

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