Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

milchzins, m.

milchzins, m.
1)
zins von gepachteter oder verpachteter milch. Adelung.
2)
in der älteren sprache wie milchpfennig 2, steuer von pfaffen wegen unkeuschen lebens erhoben: euer (der bischöfe) ander gefell von den pfaffen ist eitel schinderei, blutgelt und milchzins von huren und pfaffenkindern. Schade sat. u. pasqu. 3, 289, 26; die ehe ist jhnen verbotten, aber die hurnhäuser sein jhnen umb den gebürenden milchzinsz erlaubet. Sandrub kurzweil 53.
3)
auch jährliche abgabe leichtfertiger dirnen ihres gewerbes wegen: huren- sive milchzins, praestatio annua meretricum. Stieler 2651; milchzins, gabella ex quaestu meretricio. Frisch 1, 663ᵇ. nach Adelung ist milchzins in einigen gegenden die abgabe, welche fremde geschwächte weibspersonen demjenigen gerichtsherrn, in dessen gerichte sie niederkommen wollen, entrichten müssen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2201, Z. 17.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
messerzeiger mistkräuel
Zitationshilfe
„milchzins“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/milchzins>, abgerufen am 26.01.2022.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)