Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

milden, verb.

milden, verb.
1)
mild machen, sänftigen; ahd. miltan misereri, mhd. milden, mitigare, temperare:
(sie) offent uns der freuden schrîn
und wart der zorn gemildet.
Kolmarer meisterl. 7, 382;
in dieser letzteren bedeutung erst in der neueren sprache dichterisch und selten wieder erscheinend:
ha, verräther! nicht Luisens schmerzen?
nicht des weibes schande, harter mann?
nicht das knäblein unter meinem herzen?
nicht, was löw und tiger milden kann?
Schiller kindsmörderin in d. anthol. 1782 s. 43 (später geändert in schmelzen);
Minos, thränen im gesichte,
mildete die qualgerichte.
triumph der liebe (vgl. hist.-krit. ausg. 1, 240; später milderte);
als die natur sich in sich selbst gegründet,
da hat sie rein den erdball abgeründet ..
und fels an fels, und berg an berg gereiht,
die hügel dann bequem hinabgebildet,
mit sanftem zug sie in das thal gemildet.
Göthe 41, 254.
vgl. abmilden.
2)
mild werden: milten, zeügsam werden, milt werden, mitescere Maaler 290ᵃ; schweiz. milden, mild werden, physisch und moralisch Stalder 2, 210. vgl. mildern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2210, Z. 8.

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Zitationshilfe
„milden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/milden>, abgerufen am 24.01.2022.

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