Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

milzsucht, f.

milzsucht, f.
morbus hypochondriacus (vergl. milz 3), und die daraus entstehende trübe stimmung: eschenholzöle ... ist eine herrliche arzenei denen personen so mit der milzsucht geplagt sein. Sebiz feldbuch 445; unter den recepten gegen schwärmerei, milzsucht und hypochondrie. Wieland 12, 7; ich gab dem triebe nach, der stärker war als meine milzsucht, um einen alten bekannten von so liebenswürdigen verdiensten zu besuchen, dasz selbst einem kranken wohl bei ihm sein kann. Thümmel 2, 174;
er weis nicht, was er glaubt,
hält seinen trieb für unerlaubt,
und sieht nicht, dasz er sich sein glück aus milzsucht raubt.
Gellert 1, 169;
fast kein tugendhafter mann
lebt ohne milzsucht, lahmen fusz,
und ohne buckel oder staar.
E. v. Kleist (1765) 84;
sie (die musik) stillt den kummer, heilt die milzsucht aus dem grund.
Wieland 9, 72;
plur. milzsuchten im sinne von übeln launen: baden wir darum alle milzsuchten des schicksals aus, dasz wir am ende noch von glück sagen, die leibeignen eines sklaven zu sein? Schiller räuber 4, 5.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2221, Z. 75.

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Zitationshilfe
„milzsucht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/milzsucht>, abgerufen am 29.01.2022.

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