minister m
Fundstelle: Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2238, Z. 36
einer der obersten, regierungsgeschäfte besorgenden staatsbeamten: je gröszer der mann ist, desto mehr musz er von seiner bequemlichkeit aufopfern, der könig mehr als der minister. Möser phant. 3, 43; der minister des innern, des äuszern, der justiz, des handels u. s. w.;
es lassen sich Cincinn und seines lächelns kunst,
in früher gegenwart, bei hofe täglich sehen,
und hieraus schlieszest du, er müsse recht in gunst
bei herrschenden ministern stehen.
Hagedorn 1, 95;
in diesem sinne erst seit dem 18. jahrh., nach dem vorbilde der Franzosen, bei denen ministre seit dem 17. jahrh. einen der obersten räte des königs bezeichnet. die ältere sprache hat, der allgemeinern bedeutung des lat. minister entsprechend, das lehnwort für diener überhaupt gebraucht, so im kirchendienst (minister, diaconus. Schmid lex. ecclesiast. 2, 114): den provesten unde canoniken unde vicariesen unde ministeren, einem jowelken de dar kumpt to der processien. d. städtechr. 16, 43, anm. 2 (Braunschweig, von 1394);
ein grawer mönch, ein observant, ..
derselb pflag vons ministers wegen (weil er ein solcher dienender bruder war)
zu visitiren, wie sie pflegen.
B. Waldis Esop 4, 69, 5.
Zitationshilfe
„minister“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/minister>, abgerufen am 16.06.2019.

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