Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

minnen, verb.

minnen, verb.
lieben; ahd. minneôn, minnôn, alts. minniôn, minneôn, mhd. minnen; in der alten sprache dem sinne des subst. minne (vgl. dass. 2—6) angeschlossen, später mit vergröberter bedeutung: minnen, vulg. helsen, brauten, keien, coire, futare. voc. inc. theut. n 7ᵇ; fremde tochter, die sich um geld minnen läszt. Ochs gesch. v. Basel 5, 145 (15. jahrh.); das ein yglicher man mit mesziger minne minnen mag durch des leibes gesuntheit und rainikait. Ortolf arzneipuch 52ᵃ; alsdann vergessen, von gelehrten in der alten edlen bedeutung gekannt und aufgeführt (vergl. minne 8); nach 1770 in derselben wieder erneuert, obschon nicht so häufig verwendet, als das subst. minne:
wie gerne hätt er diese zähre
vom weiszen kragen weggeküszt! ..
ein mensch, der doch kein engel ist,
kann traun! um kleinern sold nicht minnen.
Wieland 9, 226 (Sixt u. Klärchen, von 1775);
ja, liebe frau,
ihr seid es, die ich minne, so wie basz
kein ritter seine dame minnen mag.
18, 58 (Geron der adeliche);
schwalben, die im lenze minnen,
fliehen, wenn der nordwind weht.
Schiller hist.-krit. ausg. 1, 308;
aus den stillen kreisen
kommt mein hirtenkind,
will der welt beweisen,
was es denkt und minnt.
Schenkendorf in Wackernagels leseb. 2 (1876), 1529;
bist du die fromme nachtigall der liebe,
weil du den todeskelch der rose minnest?
Platen 74.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2244, Z. 22.

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Zitationshilfe
„minnen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/minnen>, abgerufen am 29.01.2022.

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