Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mischeln, verb.

mischeln, verb.
häufig oder anhaltend mischen, das frequentativ zu dem folgenden verbum, ahd. miskelôn, mhd. mischeln, mnl. misschelen miscere Kilian, wie ein mittellat. misculare (franz. mesler, mêler) zu lat. miscere steht: mischlen miscere Maaler 290ᶜ; den wein mischlen, vinum concinnare, vil reden durch einanderen mischlen, als wenn jren vil durch einanderen redend, confundere sermones in unum, under einanderen mischlen condepsere, wein mit wasser mischlen, wasser under den wein thuͦn, miscere aquam vino, interponere aquam vino. 290ᵈ; pflegt man auch für die rote und claretwein weisze und durch einander gemischlet .. zu setzen (nämlich gattungen von reben). Sebiz feldb. 513; wann es aber rocken- oder gemischlete fruchtfelder sein. 484; darunder ein pulver .. gemischelt worden. F. Würtz pract. d. wundarzn. 432;
das bösz gemischlet in das guͦt.
trag. Joh. C 2;
stark und schwach du müschlen sot (sollst).
Daniel 1545 R 4ᵃ;
die karten mischeln, noch heute oberdeutscher spielerausdruck; bildlich:
ich merk, wer gmischlet hat die karten.
trag. Joh. R 3;
mischeln reflexiv: dasz ein bischof oder ein clerik nit sollend besitzung empfahen und sich in weltlich bsitzung mischlen. Schade sat. u. pasqu. 3, 183, 20;
wer sich mischelt in volle rott,
der kompt oft in grosz schand und spott.
Wickram kunst zu trinken (1537) A 4ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2249, Z. 7.

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Zitationshilfe
„mischeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mischeln>, abgerufen am 28.01.2022.

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