Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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mischen, verb.

mischen, verb.
miscere.
1)
dasz mischen, ahd. miskan, mhd. mischen, ags. miscian, in andern alten dialekten nicht erscheinend, der form wie der bedeutung nach mit lat. miscere sich deckend, ein deutsches, mit dem letzteren urverwandtes wort sei, ist gänzlich unwahrscheinlich. wie wir das subst. wein als ein frühes, von Rom aus uns zugekommenes lehnwort betrachten müssen, so auch das in zusammenhang mit diesem kund gewordene verbum, es findet als ein kunstwort der römischen weinhändler, die vor und seit dem anfang der christlichen zeitrechnung die Deutschen namentlich der Rheingegenden mit wein versorgten (proximi ripae et vinum mercantur. Tac. Germ. 23), und das schwere italienische gewächs in gewissem verhältnis durch wasser verdünnen lehrten, zunächst seinen eingang; wie man sieht nur in den theilen Germaniens, welche mit römischer cultur dauernd in berührung kamen. hier, und vorzüglich in den hochdeutschen Rheingegenden, bürgerte sich das wort ein und gewann weitere bedeutung, das einheimische blandan, plantan zurückdrängend, das als ein altes gemeingermanisches (goth. alts. ags. blandan, altn. blanda) den begriff des lat. miscere hatte und in dieser bedeutung noch heute nordisch gilt (isländ. schwed. blanda, dän. blande). mischen aber wurde so als deutsch gefühlt, dasz sich an ihm das ablautspiel mischmasch entwickeln konnte, wie auch das engl. mash, das ins dän. und schwed. übergegangen, oben sp. 1945 als ablautend zu mischen gefaszt worden ist.
2)
mischen, als transitives verbum zunächst an die bedeutung von mengen rührend, oft in diese übergehend, daher auch allitterierend mit ihm verbunden: denn das mischen und mengen schadet oft mehr, denn es nützet. Selneccer psalmen (1587), vorrede; ebenso mit manschen, vergl. sp. 1606; wir fühlen aber noch immer das innigere des verbindens, was in mischen gegenüber von mengen liegt, auch den edleren klang. nebenformen, bis ins 16. jahrh. erscheinend, sind missen, müschen, müssen: präs. mist und part. gemist bei Brant und Gengenbach (vgl. unter 2, a und 2, b); wie dann der tausentlistig .. sich einmist. Zimm. chron. 1, 279, 4; darein sich die von Geroltzeck .. einmuschten. 291, 36; der sich in alle unruhe personlichen het eingemust. 147, 22; nachher nicht mehr. mischen steht
a)
mit einfachem acc., etwas mischen, wein, ein getränk, farben mischen;
(ein modeherr) küszt den damen die hand, mischet den potpourri,
kocht pomaden und dreht filet.
Hölty 110 Halm;
mit sächlichem, aber persönlich gedachtem subject:
thränen mischen unsern trank,
dornen pflastern uns den gang.
Günther 109;
die karten mischen, zum spiele, vergl. th. 5, 235 fg., auch das spiel mischen, und dies auch bildlich:
das hat das spil erst recht gemist.
P. Gengenbach welsch flusz 128;
was gilts, er wer (werde) mischen die karten.
Heros ird. pilg. (1562) 20ᵃ;
sie haben gmischt die karten,
billig sie dann erwarten,
was das stichblatt mitbringt.
Opel u. Cohn 291, 19;
mischen in betrüglicher weise: swer daʒ trinchen mischet, swelherlai trinchen daʒ sei, der geit dem richter zehen schillinge. Münchner stadtrecht, mhd. wb. 2, 1, 187ᵃ;
sein weinberg (gibt) wein, den kein verkäufer mischt.
Hagedorn 1, 73;
einem etwas mischen: sie hat diesem engel dieses pulver (gift) gemischt. Schiller Fiesko 4, 13; alle diese unseligen zufälle hatten ihm den trank des todes gemischt. hist.-krit. ausg. 9, 189.
b)
mit zusätzen, etwas zusammen, durcheinander mischen, etwas mit etwas, zu etwas, in etwas mischen: under einander mischen, commiscere, drein mischen, immiscere, darzuͦ mischen, admiscere Dasyp.; gâbun imo gimirrôtan uuîn trinkan mit gallûn gimisgitan. Tat. 202, 3; si gâbin ime wîn zuͦ trinkene mit gallin gemischet. Behaims evang.-buch, Matth. 27, 34 (Luther vermischet); er hât ain wahsvarben zagel, dâ sint rosenvarb federn ein gemischt mit wunderleicher manigvärbichait. Megenberg 186, 23; sein federn sint gemischt mit gel, weiʒ und swarz. 216, 25; den wein mit wasser mischen, vinum aqua miscere Steinbach 2, 63;
dâ stuont ein hövescher zobel vor, ..
gesprenget, swarz unde grâ:
swarz unde grâ diu wâren dâ
alsô gemischet under ein,
daʒ ir dewedereʒ dâ schein.
Trist. 275, 15;
Paulinus stund vor dem altar,
der mit kerzen gezieret war,
mit wasser mischet er den wein.
Sandrub kurzweil 110;
oder misch jn (den wein der auf dem tische steht) fluchs alln zusamen,
so gwint er ein tugent und namen.
Grobian. G 3ᵇ (v. 1774);
mit trinken brauch du disen fundt,
trink lauter bier das ist dir gsundt:
den andern misch zusamen frei,
dasz wein und bier beinander sei.
G 4ᵇ (v. 1848);
das futter misch mit rosen
dem ochs und eselein.
Spee trutzn. 154, 19 Balke;
hierin ist meine kur, die pillen geb ich ein,
und misch ein arzenei aus büchsen grosz und klein.
Opel u. Cohn 283, 40,
wer nichts versteht,
mag mit ambra und zibeth
seine speise mischen.
Chr. Gryphius poet. wäld. 1, 55,
sie (die alten) tranken alle wein.
doch ihr geschmack war noch nicht fein,
warum? sie mischten wasser drein.
Lessing 1, 52;
es trillert und singt
der Franzmann zum dudelsack, mischt, wann er trinkt,
zum schäumenden weine die welle.
Stolberg 1, 298;
auch in verfälschender absicht (wie oben a): kalk unter das mähl mischen, farinam calce miscere Steinbach 2, 63;
aber myn arbeit ist verkert
und ander rymen dryn gemischt (: gebrist).
Brant narrensch., protest. 19;
für golt man kupfer yetz zuͦ rüst,
müsdreck man under pfeffer mist.
102, 68.
c)
gern und seit alters steht mischen in gehobener oder dichterischer rede, in mehr oder weniger freiem gebrauche: denn ich esse asschen wie brot, und mische meinen trank mit weinen. ps. 102, 10; weh dir, der du deinem nehesten einschenkest, und misschest deinen grim drunter. Habacuc 3, 15; thränen mischen: es ist ihre freundin, die ihre thränen mit den ihrigen mischt. Schiller hist.-krit. ausg. 3, 309 (Fiesko, bühnenbearbeitung 4, 10);
laszt ihren kummer reden! laszt ihn klagen!
mischt eure thränen mit den ihrigen!
Wallenst. tod 4, 9;
(sie) mischten ihrer thränen bäche.
Gotter 1, 222;
den athem mischen:
sprang ich auf und eilte nach dem garten,
meinen heiszen sehnsuchtsvollen athem
mit der kühlen morgenluft zu mischen.
Göthe 2, 104;
von empfindungen: misch underweil dein sorg mit freude. Müglin 46ᵃ; ganz und voll durchdrang ihn eine unaussprechliche empfindung, die aus hülfreichem mitleid und schöpferischer zärtlichkeit gemischt war. Immermann Münchh. 4, 39;
(Engelhart) traf nâch sînes herzen wal
den Schotten ûf die linke brust
sô vaste daʒ er von der just
sîn liep mit leide mischete.
Engelhart 2623;
wer ein holdes weib errungen,
mische seinen jubel ein!
Schiller hist.-krit. ausg. 4, 1;
von tönen: mischte er in die flüsternden blätter diese abgehauchten töne (der aeolsharfe) wie blüten ein. J. Paul Hesp. 1, 250;
ihr spielet schöne,
ihr mischet eüre zaubertöhne
mit tausendfacher schmeichelei.
Drollinger 79;
in das wilde fest der freuden
mischten sie den wehgesang.
Schiller das siegesfest;
von farben, licht und schatten:
um den erhabnen dom, wo einst Zenide stand,
zieht sich ein halber mond von lieblichen gebüschen;
akazien und myrtenbäume mischen
hier licht und dunkelheit zu diesem mittelstand (der dämmerung).
Wieland 17, 304 (Idris 5, 91);
Luna
tritt entschleiert aus den wolken, mischet
in die schatten silber.
Hölty 49 Halm;
unter rosengesträuch spielet ein quell, und mischt
zum begegnenden bach silber.
97;
dasz nur sparsam in die frischen
jugendlichen farben sie (die parzen),
zum bestand der harmonie,
einen dunkeln faden mischen!
Gotter 1, 165;
bezüglich der elemente:
weisz der sänger, dieser viere
urgewaltgen stoff zu mischen,
Hafis gleich wird er die völker
ewig freuen und erfrischen.
Göthe 5, 13;
wie der mensch selbst aus den vier elementen gemischt galt: auch ist der mensch gemischet auʒ den vier elementen, die dâ heiʒent feur, luft, waʒʒer und erd. Megenberg 3, 21, was sich dann in seinem wesen ausspricht, in der mischung seiner naturen, vergl. mischung, und unter kalt th. 5, sp. 79; in anderer weise: deine (des papstes) süszen ohrensinger, die sagen, du seist nicht ein lauterer mensch, sondern gemischt mit gott. Luther in Beckers weltgesch. 7, 217; auch durchdringung von gottheit und menschheit Christi ward unter dem bilde des mischens gefaszt:
dô er gewan den muot
daʒ er sîne gotheit
mischte zunser menschlichkeit.
Lamprecht v. Regensburg Francisken leb. 3306;
bezüglich des wechsels des menschlichen lebens:
im athemholen sind zweierlei gnaden:
die luft einziehen, sich ihrer entladen;
jenes bedrängt, dieses erfrischt;
so wunderbar ist das leben gemischt,
du danke gott, wenn er dich preszt,
und dank ihm, wenn er dich wieder entläszt.
Göthe 5, 9;
auch menschen als gegenstand des mischens:
flieht, wenns noch zeit ist — wenn der späher Burleigh
nicht jetzt schon kundschaft hat von euch, nicht schon
in eure mitte den verräther mischte.
Schiller M. Stuart 1, 6;
vergl. mhd.:
ich wil dich cleiden als ein wîp
und in ir (der jungfrauen) schar dich mischen.
dar under und dâ zwischen
gelernest dû wol zühtic sîn.
trojan. krieg 14207.
d)
hier tritt statt einer präp. auch der dativ ein: komm, und mische deine thränen den meinigen. Wieland 34, 204;
kindheit und jugend, allzuglücklich preis ich sie!
dasz nach durchstürmter durchgenoszner tageslust,
behender schlummer allgewaltig sie ergreift,
und, jede spur vertilgend kräftger gegenwart,
vergangnes, träume bildend, mischt zukünftigem.
Göthe 40, 375;
vergl. in der älteren sprache:
er wart den pilgerinen
geselle in dugentlicher craft,
gemisset der geselleschaft,
di des cruces gnade
gezeichent alle hade.
Elisabeth 4318 Rieger.
e)
mischen in andern, an das kartenspiel (vgl. oben 1, a) angelehnten wendungen: warum muszt ich mit ins spiel gemischt werden? Wieland 11, 196 (vgl. ins spiel kommen th. 5, sp. 1657 oben; du wirst mit ins spiel kommen, immisceris turbae Frisch 2, 300ᵇ); der Otto fehlt uns noch. könnten wir den kriegen, in unsere sachen mischen! Klinger Otto 11, 2; ich will meinen lieben Karl züchtigen, ohne dasz sie ihre hände nein mischen. 24, 18;
es wäre doch recht artig, meine freundin,
wenn in das grosze spiel wir auch zuweilen
die zarten hände mischen könnten.
Göthe 9, 128.
vergl. sich mischen nachher 3, b.
f)
mischen mit dem nebenbegriffe des unordentlichen, verwirrten, schon ahd.: confundamus linguam eius, camiscamês zungûn sîna. Steinmeyer-Sievers 1, 316, 27 (1 Mos. 11, 7, Luther verwirren); consilium inopis confudistis, des armen rât kemisktont ir. Notker ps. 13, 6; mhd. den strît mischen, wenn der kampf tobt:
dô wart ein michel dringen: gemischet wart der strît.
Gudrun 1419, 1;
nhd. eins ins ander mischen, admiscere aliquid in aliud Maaler 290ᵈ; undereinander mischen, commiscere, confundere Stieler 1279; eins ins ander mischen, confundere Frisch 1, 664ᶜ; er sprach .. von den schwäbischen gesetzen; mischte pflicht und gewissen bei jedem dritten wort in die rede. H. v. Kleist Käthchen von Heilbr. 2, 3; das leben mengt und mischt ohnehin alles durcheinander. Göthe 22, 25;
regiert ein zufall unsre tage,
und mischt verwirrt den lauf der welt?
Drollinger 24;
wind mischt von grund aus
schäumende wogen.
Göthe 2, 59.
g)
fleisch mischen, coire: ob si ir fleisch ze einander gemischet hânt, der knabe und diu juncfrowe. Schwabenspiegel 48, 1. vergl. sich vermischen.
3)
mischen, reflexiv.
a)
von personen in bezug auf personen, mit präpositionen zu, unter, in, mit:
si mischete sich iesa zu stunt
nu zu der gemeinen diet.
Elisabeth 3020;
nachdem beide das königliche kabinet verlassen hatten, mischten sie sich unter die andern spazierenden. Schiller hist.-krit. ausg. 3, 547;
mische dich, o muse, in die reihen,
die der bahre folgen.
Hölty 53 Halm;
will mich unter hirten mischen.
Göthe 5, 4;
darum seht ihr den frommen herrn
sich auch mit teufeln mischen.
12, 228;
dafür mit dat. der person:
du hast zwar nicht von nöthen
dich, als Hiarnes zwar, zu mischen den poeten,
damit du könig seist.
Opitz 1, 13;
und ohne zusatz:
spröde sondert sich ab, was kaum noch liebend sich mischte,
und das gleiche nur ists, was an das gleiche sich reiht.
stände seh ich gebildet.
Schiller spaziergang v. 61;
prinzen und handwerker, prinzessinnen und galanteriehändler stehen auf gleichem fusz und mischen sich ohne unterschied im gedränge. Göthe 37, 168.
b)
von personen in bezug auf dinge, ein geistiges dabeisein anzeigend: sich in ein spiel mischen (vergl. oben 2, c), sich in händel, sachen, dinge mischen: sich in fremde händel mischen, immiscere se alienis negotiis. Steinbach 2, 63; er mischt sich in die friedensstiftung, interponit se in pacificationem. ebenda; sich nicht in den krieg mischen, abesse a bello. ebenda; daher irre ich auch oft, wenn ich mich in die welt mische. Lichtenberg 1, 22; ich mische mich nicht ohne beruf in diese sache. Göthe 20, 181; man bezeugte übrigens, dasz er sich sonst gut aufgeführt, die damen mischten sich darein, und er ward entlassen. 18, 301;
lasz sehen, wer sich misch darein!
fastn. sp. 531, 16;
herr, müscht euch nit in unser spiel!
H. Sachs fastn. sp. 3, 97, 286;
der teufel mische
sich mehr in lieb und zauberei!
Wieland 18, 271;
dann mische keiner sich ins spiel!
Uhland ged. 418;
du wärest dumm genug und gar nicht blöde,
du mischtest dich wohl gar in ihre rede.
Tieck Octavian. 261;
ungewöhnlich in bezug auf körperliches dazwischensein: dort das wäldchen! ach könntest du dich in seine schatten mischen! Göthe 16, 39.
c)
von dingen: zink und galmei mischen sich zu messing; oel und wasser mischen sich nicht; süsze zu athmen ist die luft, mit der sein name sich mischet. Schiller hist.-krit. ausg. 2, 245 (räuber, trauersp. 2, 3);
(lasz die thräne) deines geliebten rinnen auf die saiten, ..
dasz meine thräne mit deiner thräne
tönend sich mische.
Stolberg 1, 149;
liebemurmelnd eilt der bach,
unter den gebüschen,
einem andern bache nach,
sich mit ihm zu mischen.
Gotter 1, 73;
die seelen schienen ohne worteslaut
sich ohne mittel geistig zu berühren,
als sich mein athem mischte mit dem ihren.
Schiller braut von Messina v. 1539;
sie sprechen meinen grusz im herzen nach,
und ihre stimmen mischen sich mit meiner:
heil Schottlands könig!
Macbeth 5, 14;
mit dativ (vergl. oben 2, d):
hier mischen sich neue gestirne der sfären erstaunendem kor.
Wieland 5, 6 (n. Amadis 12, 5);
von dingen, als bild für personen gebraucht: dasz ihr alte kalte spital - wahr euch nur so gern in die neue kräm mischet. Abr. a S. Clara Judas 1, 129.
d)
von empfindungen: sobald sich die liebe ins spiel mischt. Wieland 2, 190; mit einem rufe, in dem sich zärtlichkeit, jammer und die alleräuszerste besorgnis zum herzzerreiszendsten tone mischten, stürzte sie zu ihm nieder. Immermann Münchh. 4, 79;
und nicht zum erstenmal empfand ich heute
wie stolz und sorge, vaterglück und angst,
zu übermenschlichem gefühl sich mischen.
Göthe 9, 254;
lasset heut am edlen ort
ernst und lust sich mischen.
47, 133;
doch wenn ich denken musz, dasz deine trauer
mehr dem geliebten als dem bruder gilt,
dann mischt sich wuth und neid in meinen schmerz.
Schiller braut von Messina v. 2535;
und es mischt sich in dem blute,
wie sie folgt dem liebesmuthe,
wundervoll so lieb und zorn.
Tieck Octavian. 300.
4)
das part. gemischt, adjectiv, in mancherlei anwendung: geschäftsschreiben, oder vielmehr gemischte schreiben, weil darinnen nicht einerlei materie abgehandelt wird, sondern der vortrag unterschiedlich und mancherlei. Seriander rechtschreiberey 142; gemischte ehen, vergl. mischehe; gemischte nahrung, aus fleisch- und pflanzenkost bestehend; mit dem nebensinne des nicht vollkommenen, nicht reinen: der tragische dichter giebt also mit recht den gemischten karakteren den vorzug, und das ideal seines helden liegt in gleicher entfernung zwischen dem ganz verwerflichen und dem vollkommenen. Schiller hist.-krit. ausg. 10, 39; kaufleute ... bekommen einen so gemischten geschmack, dasz ihnen endlich alles gefällt. Lichtenberg 1, 158; eine gemischte empfindung, bei welcher freude oder behagen durch gleichzeitig empfundenen ärger beeinträchtigt wird; ich betrachtete ihn mit gemischten gefühlen; eine gemischte gesellschaft, aus leuten oberer und unterer gesellschaftsschichten, oder mehr oder minder gesellschaftlichen anstandes bestehend: die gesellschaft war zu gemischt, und es fanden sich dort oft menschen, wo nicht vom rohsten doch vom plattesten schlage mit ein. Göthe 19, 279; die traurige erfahrung .. wie übel eine grosze gemischte gesellschaft sich befinde, die sich selbst überlassen zu den allgemeinsten und schalsten zeitvertreiben greifen musz, damit ja eher die guten als die schlechten subjecte mangel der unterhaltung fühlen. 334. im forstwesen gemischter boden, aus mehreren erdarten bestehend, gemischter ort, wo laub- und nadelholz untereinander wächst. Jacobsson 5, 646ᵃ; im münzwesen gemischte krönung, die versetzung des zu vermünzenden goldes mit silberhaltigem kupfer. 6, 351ᵇ; im bergbau gemischter oder gemeiner kobalt, mit quarz, hornstein u. a. vermischt. 2, 433ᵇ; gemischtes metall, glockengut, tombak, messing.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2249, Z. 36.

mitsche, f.

mitsche, f.
ein kleines brot, dim. mitschel, s. mutsche, mütsche und mütschel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2365, Z. 34.

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Zitationshilfe
„mischen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mischen>, abgerufen am 27.01.2022.

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