Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mischspiel, n.

mischspiel, n.
tragico-comoedia. Stieler 2088. der name ist im 17. jahrh. (nach einer schwerfälligen übersetzung des ausdrucks durch trauer - freudenspiel, vgl. Gödeke 1, 488 nr. 201) gebildet worden: Michael Schusters bestrafte verleümdung und belohnte gottesforcht, mischspil. Straszburg 1668; und im 18. jahrh. noch nicht vergessen: die beste schutzschrift des komisch tragischen, oder tragisch komischen drama (mischspiel habe ich es einmal auf irgend einem titel genannt gefunden). Lessing 7, 314; er würde schwerlich sagen, dasz die ersten erfinder des mischspiels (da das wort einmal da ist, warum soll ich es nicht brauchen?) die natur eben so getreu nachahmen wollen, als die Griechen sich angelegen sein lassen, sie zu verschönern. 315. bei Herder in selbständigem gebrauche: diese gattung (gemeiniglich wird sie monodram genannt) ist also ein mischspiel, das sich nicht mischt, ein tanz, dem die musik hintennach, eine rede, der die töne spähend auf die ferse treten. z. litt. 17, 187.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2255, Z. 70.

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Zitationshilfe
„mischspiel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mischspiel>, abgerufen am 29.01.2022.

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