Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

miselsucht, f.

miselsucht, f.
lepra, ahd. misalsuht (zu misal, altfranz. mezel, mittellat. misellus leprosus), mhd. miselsuht, nur im 15. jh. noch hie und da erscheinend, weil zu gunsten von aussatz (th. 1, 943) gewichen: morphea miselsucht Dief. 368ᵇ; in der kürzung misel: lepra misel Dief. 324ᶜ. nov. gloss. 232ᵃ; missel lepra Frisch 1, 647ᶜ; oder in den umdeutungen maselsucht, müselsucht, ersteres an masel cicatrix (sp. 1698), letzteres an bemüseln beflecken (th. 1, 1463) angelehnt: maselsucht oben sp. 1699; morphea maselsucht, müselsucht Dief. 368ᵇ; (die leute soll man fliehen) die müselsucht und die sere husten oder die den wolf an dem pain haben. Ortolf arzneipuch (1477) 5ᵃ. das dazu gehörige adj. miselsüchtig lebt im östreich. sprachgebiete noch in der abgeblaszten bedeutung grämlich, unmutig, einbilderisch, lungensüchtig, kränklich, vergl. Schm. 1, 1671 Fromm.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2257, Z. 63.

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Zitationshilfe
„miselsucht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/miselsucht>, abgerufen am 29.01.2022.

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