Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

miserabel, adj.

miserabel, adj.
erbarmenswert, erbärmlich, aus dem franz. misérable im 17. jahrh. übernommen, sowol in edlerer bedeutung, wie unglücklich, zu bedauern: eine wittwe ist eine miserable person, und wann sie auch schon eines königes witwe wäre. Schuppius 666; wie mit verächtlichem beisinne, wie elend, jämmerlich: dasz sie mit keinem ohnmächtigen menschen, der noch weit miserabler beschaffen als ein castrat, nichts weiter zu schaffen haben wolte. cavalier im irrg. 112; o du armer miserabeler Matz Barthel! Kotzebue dram. sp. 2, 156; in den mundarten weit verbreitet, bair. miserabel und miserablig Schm. 1, 1671 Fromm.; man hört ein miserabler kerl, eine miserable gesinnung; er lebt in miserabeln umständen; es geht ihm miserabel; bei übelbefinden in krankheit mir ist miserabel zu mute; da hingegen der arme kerl manchmal nicht satt brod hat und so miserabel ist, das er einen jammert, wenn man sein elend bedenket und gleichwol musz er studiren. der wolgeplagte priester (Leipzig und Dresden 1691) 44.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2257, Z. 78.

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Zitationshilfe
„miserabel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/miserabel>, abgerufen am 29.01.2022.

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