Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mistfaul, adj.

mistfaul, adj.
faul wie mist; übertragen, in anderer bedeutung von faul, auf einen auszerordentlich trägen menschen (vergl. stinkendfaul und mist 6, a):
(die magd) ist selbst verlogen und vernascht,
mistfaul, und was sie heimlich erhascht,
das ist uns abgetragen als.
H. Sachs fastn. sp. 1, 44, 223;
ich kan jn (meinen mann) ausz dem beth nit bringen,
so treg ist er und ganz mistfaul.
3, 86, 5;
du treger teufel, gar mistfaul.
gedichte 5, 344ᵃ;
aber auch auf einen übeln handel (vgl. faul 3, th. 3, 1369):
o gfatter, trollt euch und schweigt still!
ir habt hie ein verloren spiel.
ir habt ein handel, ist mistfaul.
H. Sachs fastn. sp. 3, 144, 225.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2269, Z. 75.

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Zitationshilfe
„mistfaul“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mistfaul>, abgerufen am 29.01.2022.

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