mitglied n
Fundstelle: Lfg. 13 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2350, Z. 8
glied eines körpers im vereine mit andern; im 16. jahrh. noch in ganz durchsichtiger bildlicher verwendung: sintemal weltlich herrschaft ist ein mitglied worden des christlichen cörpers, .. darumb jr werk sol frei unverhindert gehen, in allen gliedmas des ganzen cörpers. Luther 1, 290ᵇ; später verdunkelt, und jetzt als bild längst nicht mehr gefühlt, wiewol wir eine vereinigung, behörde, gesellschaft noch immer als körper oder körperschaft bezeichnen: mitglied, membrum, consors, socius Steinbach 1, 605; mitglid der fruchtbringenden gesellschaft, membrum societatis, sodalis ordinis carpophororum Stieler 670; darum hat die gesellschaft .. geglaubt, neu eintretenden mitgliedern ihre pflichten desto lebhafter zu zeigen. Kästner verm. schr. 1, 52; da ich weder ein sprachendoktor, noch ein mitglied der Zesischen gesellschaft bin. Herder zur litt. 1, 52; wenn ich nicht der souverain der verschwörung bin, so hat sie auch ein mitglied verloren. Schiller hist.-krit. ausg. 3, 98 (Fiesko 3, 5); jeder provinzstatthalter war zugleich ritter des vlieszes und mitglied des staatsrathes. 7, 93; mit .. hülfsmitteln zur seligkeit, welche die bruderschaft als gemeinsamen schatz für ihre mitglieder gut gemacht hatte. Freytag ahnen 4, 39.
Zitationshilfe
„mitglied“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mitglied>, abgerufen am 21.02.2019.

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