mitunter adv.
Fundstelle: Lfg. 13 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2428, Z. 35
zusammengerückt aus mit unter sp. 2325, zur bezeichnung einer gelegentlichen mischung, eines unterlaufens unter anderes vorkommende, eines nebenher, nebenbei: mitunter, immixtum, intercise Steinbach 2, 899; auch noch getrennt geschrieben: mit under, permixtim, confuse, confusim Stieler 1387; und wie säuberlich, wie sanft, wie einschmeichelnd er, noch mit unter, bei diesem kitzlichen geschäfte zu werke geht! Lessing 10, 178; in verbindung mit anderen zeitadverbien: und risz zuweilen wohl mitunter zoten. Lichtenberg 4, 178; in einem stande, der dieselben (tugenden) oft mitunter wohl gar für unanständigkeiten hält. 179;
die schäfer kommen nah heran,
wer kann es ihnen wehren?
und horchen scherz, und dann und wann
mitunter gute lehren.
Gleim 2, 5;
auch allein, und hier in den zeitlichen sinn zuweilen übergetreten: holes gemurmel drinnen, und mitunter .. dumpfiges rasseln wie von harnischen. Schiller Fiesko 4, 3; meine übrigen angefangenen naturstudien suchte ich fortzusetzen, und da man immer zeit genug hat, wenn man sie anwenden will, so gelang mir mitunter das doppelte und dreifache. Göthe 25, 307; hatte man nun die meiste zeit alle geduld und zurückhaltung nöthig, so ward man doch mitunter durch den anblick trefflicher bilder getröstet und belohnt. 31, 219; so müssen wir auch einem vorurtheil begegnen, welches sich mitunter merken läszt. 43, 357;
ich schneide sonst so gern aus ganzem holze,
und müszte nun doch auch mitunter leimen.
2, 271;
kurz, erschlafften magen (plur.) thut
auch grobe kost mitunter gut.
Wieland 18, 145.
Zitationshilfe
„mitunter“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/mitunter>, abgerufen am 22.10.2019.

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