muffig, müffig adj. und adv
Fundstelle: Lfg. 14 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2625, Z. 44
1)
grollend, brummend, maulend; ostfries. muffîg, trübe gestimmt, mürrisch, brummig, verdrieszlich ten Doornkaat-Koolman 2, 623ᵃ; wart! ich will dir dein muffig wesen vertreiben. ein wirthsbursche musz immer munter, immer alert sein. Göthe 10, 127; wenn er vom besten humor ist, mag er gern die schrecknisse eines familientisches lebhaft schildern, wo jedes glied mit fremden gedanken beschäftigt sich niedersetzt, ungern hört, in zerstreuung spricht, muffig schweigt. 21, 103; mit dem nebensinne des verstockten:
so ein sündenvater und muffiger ketzer.
Schiller Wallenst. lager, 8. auftr.
2)
nach fäulnis riechend, müffig Stieler 1296; niederdeutsch muffig, was schimmlig und anbrüchig riecht oder schmeckt. brem. wb. 3, 195; diese schrift aber hat viel gelitten, und gibt einen muffigen geruch von der feuchtigkeit, welche ein blatt an das andere angeklebet hat. Winkelmann 2, 225; gerade ein solcher müffiger dunst und schwaden sei der rechte geisterbrodem. Immermann Münchh. 2, 125;
sie schien ein todtengeripp, dem muffigen grab entkrochen.
Wieland 4, 141 (d. neue Amadis 7, 30);
gesperrt zu sein mit euch in dieses muffge fasz.
18, 153;
vorigen winter
über das muffige heu, stieg widder und schaf mir zu balken.
Voss 2, 172;
übertragen: meine übersetzung sei mit dem schimmel alter verlegner worte beschlagen, und müffig geworden. Reiske Thucyd., vorrede; ein bischen muffiges griechisch. Münchhausens reisen 24.
muffig, müffig adj. und adv
Fundstelle: Lfg. 14 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2625, Z. 44
1)
grollend, brummend, maulend; ostfries. muffîg, trübe gestimmt, mürrisch, brummig, verdrieszlich ten Doornkaat-Koolman 2, 623ᵃ; wart! ich will dir dein muffig wesen vertreiben. ein wirthsbursche musz immer munter, immer alert sein. Göthe 10, 127; wenn er vom besten humor ist, mag er gern die schrecknisse eines familientisches lebhaft schildern, wo jedes glied mit fremden gedanken beschäftigt sich niedersetzt, ungern hört, in zerstreuung spricht, muffig schweigt. 21, 103; mit dem nebensinne des verstockten:
so ein sündenvater und muffiger ketzer.
Schiller Wallenst. lager, 8. auftr.
2)
nach fäulnis riechend, müffig Stieler 1296; niederdeutsch muffig, was schimmlig und anbrüchig riecht oder schmeckt. brem. wb. 3, 195; diese schrift aber hat viel gelitten, und gibt einen muffigen geruch von der feuchtigkeit, welche ein blatt an das andere angeklebet hat. Winkelmann 2, 225; gerade ein solcher müffiger dunst und schwaden sei der rechte geisterbrodem. Immermann Münchh. 2, 125;
sie schien ein todtengeripp, dem muffigen grab entkrochen.
Wieland 4, 141 (d. neue Amadis 7, 30);
gesperrt zu sein mit euch in dieses muffge fasz.
18, 153;
vorigen winter
über das muffige heu, stieg widder und schaf mir zu balken.
Voss 2, 172;
übertragen: meine übersetzung sei mit dem schimmel alter verlegner worte beschlagen, und müffig geworden. Reiske Thucyd., vorrede; ein bischen muffiges griechisch. Münchhausens reisen 24.
Zitationshilfe
„muffig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/muffig>, abgerufen am 22.09.2019.

Weitere Informationen …