Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

mutung, f.

mutung f
das muten (sp. 2795), begehren, mhd. muotunge: und als er dem nach also in offenliche verhörung gefüret ward (Hieronymus von Prag) und gehaiszen zuͦ sölichen artikeln antworten, tett er sich des lang widern und sagen, daʒ er sin sach billicher vor sölt uszlegen und handeln, danne siner widersechern böser schuldigung antworten ... aber do im dise sin muͦtung abgeschlagen wart, stunt er uͦf. N. v. Wyle transl. 222, 36 Keller; des innern menschen aigen stat ist got und zu derselben steet sein begerung und sein freier wille und sein mutunge. Tauler (1508) 31ᵇ; es ist auch nit mein meinung oder mutung, das du die dir so viel ehren und guts thun .. verlassest. Livius von Schöfferlin 38; alterthümelnd auch später, für zumutung:
der marschall rühret nicht an sein schwert,
steht kalt und hört
die muthung des junkers vom Steine.
Bürger 82ᵃ;
mutung im lehnwesen (vergl.muten 1, b): der kaiser ... (der) den könig einlud sich vierzig tage nach seiner rückkehr aus Italien zur persönlichen muthung des lehns einzufinden. Dahlmann dän. gesch. 1, 302; der lehnsmuthung ward sogleich gedacht, die auch Waldemar zu leisten sich bequemte. 303;
man weigert mir die muthung meiner lehn,
die meine gnadenbriefe mir gestatten.
Shakesp. Richard II 2, 4,
I am denied to sue my livery here;
im bergwesen (muten 1, c): mutung, antrag eines muters auf verleihung eines bergwerkseigenthums. Veith bergwb. 345 fg.; muthung annehmen, geschieht vom bergmeister auf den in seinem revier bezirkten gebirgen, auf alle metalle und mineralien, muthung bestätigen, ist wenn dem lehnträger am verleihtag sein gemutetes feld vom bergmeister ins lehn gereicht und ins lehnbuch eingeschrieben wird, muthung erlängen, verlängern, muthung ist blind, wenn darin weder gang noch ort des gebirges benannt ist, die daher auch nicht angenommen wird. mineral. lex. 393; muthung an der schnur halten, von zeit zu zeit die muthung verlängern, muthung einlegen, den muthzeddel dem bergmeister übergeben. Jacobsson 3, 112ᵇ; mutung bei den handwerkern (muten 1, d), wird von den gesellen gesagt, die, um die meisterschaft ihres orts zu erlangen, anhalten. Jacobsson 6, 614ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 15 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2831, Z. 32.

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