Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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nassen, verb.

nassen, verb.,
mhd. naʒʒen, nasz werden oder sein, feuchtigkeit von sich geben: schütt wasser zu dem windtloch ein auff den filtz, so nast der filtz hinder sich, bisz die feuchte an den kalckstein kompt. Fronsperger kriegsb. 2, 195ᵃ; das thu so lang, bisz die augen aufhören zu nassen. Sebiz feldbau (1580) 153; die wunde naszet, vulnus madet Stieler 1334, nassen (: hassen) Zesen Helic. 1, M 8ᵇ;
die trüben augen nassen,
das hirn ist matt und schwach von wachen und von laid.
Rompler 76;
liebster! als du neulich uns verlassen,
und mein aug um dich begann zu nassen.
Rückert ges. ged. 1, 420;
kärnt. nassen und nessen, ein wenig feuchtigkeit durchlassen Lexer 196; weidmännisch: die nase nasset dem hunde, heiszet sie ist ihm beständig feuchte. v. Heppe leithund 346; nassen und nässen harnen, von hunden und wild (wie feuchten th. 3, 1580) ebend. 282. Kehrein 217.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1883), Bd. VII (1889), Sp. 420, Z. 45.

nässen, verb.

nässen, verb.
1)
transitiv, nasz machen, erst im 17. jahrh. neben netzen aufgekommen: nässen, madefacere Stieler 1334 (: fressen) Zesen Helic. 1, N 1ᵃ;
nimm diese rosen .. Velleda
hat sie mit zähren heute noch sanft genäszt (1. ausg. benetzt).
Klopstock Wingolf 2, 21;
durch und durch genäszt, träufelnd von abflieszender feuchte. Göthe 30, 50;
wer eine ruhestatt bot den müden füszen
und trockenung dem auge dem genäszten.
Rückert 88;
hoch steigt das blut, das bald den fusz dir näszt.
Lenau (1880) 1, 272;
wem hat das auge keine (thräne) je genäszt?
Freiligrath (1870) 2, 144.
2)
unpersönlich, fein, nebelartig regnen: es regnete oder vielmehr näszte fortwährend. Bettine briefw. 1, 35.
3)
intransitiv für nassen: die wunde nässet. Stieler 1334; nässen, nässe oder wässerichkeit von sich geben. Ludwig teutsch-engl. lex. 1314; weidmännisch s. unter nassen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1883), Bd. VII (1889), Sp. 420, Z. 63.

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Zitationshilfe
„nässen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/n%C3%A4ssen>, abgerufen am 20.09.2021.

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