Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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nick, m.

nick, m.
1)
das nicken, nickende kopf-, augenbewegung: das gewissen auf den nick beugen. Decimator gewissensteufel (1604) 11; der nick, nutus Kilian 337ᵇ (mnd. nick das blinzeln der augen als krankheit Schiller-Lübben 3, 185ᵃ); nikk, nictatio Schottelius 1369, nick, clignement Rädlein 674ᵇ; der nick, ein wink mit dem kopf. Ludwig 1326;
blick gegen blick,
nick gegen nick,
kusz gegen kusz vertauschet.
Hölty 202 Halm;
sie würdigt ihn nicht eines leisen nicks,
nicht eines winks.
Wieland Klelia u. Sinib. 5, 173;
mit aller majestät, die seines gleichen kleidet,
füllt er (der schach) den goldnen thron in seinem divan aus;
er nickt (im schlummer zwar), doch dieser nick entscheidet!
sein seneschall macht ein edikt daraus.
das leben ein traum 6;
im plural die nicke:
eil, o nymf', und bring herbei ...
holdes lächeln, wink und nicke.
Voss ged. 6, 192;
die einfalt hört ihm zu, mit starrverwandten blicken,
mit gierig ofnem mund, und beifallsreichen nicken.
Lessing 1, 188.
2)
ein vom nicken (stechen, nickfang) getroffener, vom blut durchronnener theil am hals des schlachtviehes: desgleichen soll der nick von der zungen und dem kopffleisch hinwegethon werden. Lindauer mezgerordnung (mitgetheilt von Birlinger).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1883), Bd. VII (1889), Sp. 733, Z. 6.

nuck, m.

nuck, m.
schweiz., mittagsschläfchen Stalder 2, 245, appenz. der nock (sp. 877). s. nücken.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1885), Bd. VII (1889), Sp. 973, Z. 51.

nück, nücke, m.f.

nück, nücke, m.,f.
gewöhnlich im plur. nücke, nücken (auch nicke, nicken geschrieben), verborgen gehaltene aufsässigkeit, heimliche bosheit, versteckte eigensinnige und tückische laune sowie ein anfall davon, unerwarteter eigensinn, schrulle, im weiteren sinne eine verdrieszliche eigenheit und schwierigkeit; gewöhnlich in verbindung mit tücke: solche bücher, darin uns des teufels art, nicke, list, handelung und tausent practiken beschrieben werden. H. Hamelmanns vorr. zu Jod. Hockers der teufel selbs (1568) a 6; der giftige und tausentkünstige teufel versuchet seine tücke und nücke. J. Choreander geburt des sones gottes (1571) a 2ᵇ; heimlich tücke und nücke. Decimator gewissensteufel (1604) 32;
der pfaffen nück
und grosze tück
ist fast nicht zu beschreiben.
Reineke fuchs (Rostock 1650) 95;
der nükk, heimlicher groll. Schottel 1370; er stecket voller nücke und tücke, totus fallaciis consutus, ex fraude et mendacio factus est. Stieler 1346; offenbahre einem könige nicht alsbald eines andern tücke und nücke, du seist denn versichert, dasz es der könig im besten aufnimpt. pers. rosenth. 8, 36; das sind nücke und tücke, die er an sich hat. Ludwig 1340; eine zeitlang führte ich mich ganz stille und erbar auf, allein nach verflieszung derselben kamen meine alten nicken wieder an. Plesse 1, 55;
dann kommen geister, und ..
abstractionen:
die politike,
mit mancher nicke.
Klopstock 12, 189;
du hast auch deine nükken, deine hinterhaltungen. Hermes Soph. 6, 314; erstaunt über die seltsame nücke (schrulle) des harlequins, dasz er nicht, ohne sich zu leuchten, schlafen kann. Lessing 4, 424; so vergiebst du mir meine alten nücken noch am ersten. 12, 480; sie hatte ihre nücken, aber 's reute sie doch gleich. Claudius 1, 14; der .. will nun wieder ganz anders tractirt sein, und hat seine ganz besondre nücken. 4, 103; wegen seiner (des hundes) gierigkeit, seines neides und seiner nicken. Hippel 1, 354; die nachwirkung der kleinlichen nücken. H. Heine 10, 156; ein wesen voll tücken und nücken. Auerbach ges. schriften 5, 73;
kein offner hieb in offner schlacht —
es fällen die nücken und tücken,
es fällt mich die schleichende niedertracht.
Freiligrath (1870) 1, 125;
aber jetzt erwachen wieder
ihre vielgeliebten nücken.
G. Keller ges. ged. 489;
oberhess. er hat nicke und schnicke an sich. Vilmar 286; hier hat es noch nücken (verdrieszlichkeiten, schwierigkeiten), das ding hat nücken u. dgl., wofür man oberd. lieber mucken sagt. Das wort stammt aus dem nd.: mnd. nuck, plur. nucke Schiller - Lübben 3, 207ᵃ, mnl. nucke Kilian 341ᵃ, nl. nuk Kramer 1, 221ᵇ, nd. plattd. nucke, nücke, plur. nücke und nücken (s. Richey 175. Dähnert 331ᵇ. brem. wb. 3, 251. Hennig 172. Schambach 146ᵇ. Danneil 148ᵃ. Stürenburg 161ᵃ); vom nd. aus kam es auch ins schwed. (nyck) und dän. (nykke). das franz. niche (schalkheit) wird von Frisch franz.-teutsch. wb. 696ᵇ ebenfalls vom holländ. nukke, von andern aber mit nique vom deutschen nicken hergeleitet (s. Diez⁴ 647). die schreibung nicke ist wol im hinblick auf franz. nique entstanden, das vielleicht manchmal mit nicke auch gemeint sein kann, z. b. oben bei Klopstock 12, 189 (= politique : nique). vgl. mucke.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1885), Bd. VII (1889), Sp. 973, Z. 53.

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Zitationshilfe
„nück“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/n%C3%BCck>, abgerufen am 20.09.2021.

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