nachsteigen verb
Fundstelle: Lfg. 1 (1881), Bd. VII (1889), Sp. 137, Z. 51
1)
intransitiv, steigend folgen, scandendo sequi Stieler 2136.
a)
eigentlich:
(ich) steig auch nit gern hoch;
wens gelust, der steug mir nach.
Zimmer. chron. 4, 331, 21;
wie du der sonne nachsteigst und sie, wenn du ihren untergang aus einem thale gesehen, noch einmal auf einem berge sinken siehst. J. Paul Hesp. 3, 42.
b)
uneigentlich, in die höhe nachfolgen:
da trocknete die thräne, freier blick
der hinterlasznen stieg dem neuen gott
in des olymps verklärte räume nach.
Göthe 9, 320 (nat. tochter 3, 4);
der frohen theilnahme an diesem herrlichen schauspiele stiegen verstohlene wünsche .. nach, die sich so hoch nie gewagt hatten. Thümmel (1839) 5, 179; nachstreben, zu erreichen oder gleichzukommen suchen:
fürstin, euer lob zu schreiben, musz ich einmal stille schweigen;
so ich dem gleich nach stets steige, desto mehr ist noch zu steigen.
Logau 3, zugabe 122 Eitner;
wann sie (die feder des gelehrten) sich unternimmt, die tugenden zu loben, so wird sie dieselben auch solcher maszen erheben, dasz diejenigen, so solches lesen, sich, von solchem lob gereitzt, bemühen, damit sie denen, die ihnen also lebendig fürgemahlet, ebenmäszig nachsteigen und gleich kommen mögen. Butschky Pathm. 5; die uns künftig angaffen und uns vergeblich nachsteigen. J. Paul jubelsen. 83.
2)
burschikos, einem (vorsteigenden, vortrinkenden) nachsteigen oder ein glas nachsteigen, nachtrinken.
Zitationshilfe
„nachsteigen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/nachsteigen>, abgerufen am 22.07.2019.

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