Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

nachtgespenst, n.

nachtgespenst, n.
spectrum Aler 1440ᵃ; nachtgespenst, species Maaler 300ᵇ;
bist gleichsam als ein schatt,
der sich an wänden zeigt, vergilbet, blöd und matt,
ja wie ein nachtgespänst den leuten forgekommen.
Rompler 81;
die nachtgespenster, und was schrecken,
furcht, gram und grauen kan erwecken.
S. Dach 364 Öst.;
du nachtgespenst, so sprach die plaudrerin (die elster zur eule),
du schattenfroh, der keine sonne kennet!
Drollinger 140, vgl. Lessing 1, 101;
vergangene neigungen erscheinen wie nachtgespenster, die sich vor dem anbrechenden tage wegschleichen. Göthe 48, 161;
und die nachtgespenster
mit langen gesichtern
zogen vorbei.
5, 55;
wer störet meinen schlummer?
ein neues trugbild? nachtgespenst, verschwinde!
Schiller 13, 460 (Turandot 4, 10);
am end ists doch ein bloszes possenspiel,
das nachtgespenster sich in unserm schädel machen.
Wieland Oberon 4, 17;
lasz die nachtgespenster, freue dich des tags!
Platen (1847) 4, 108;
du wandelst wie ein nachtgespenst im schlosz herum. F. Müller 3, 323; freiwillig will ich gehen auf eigenem fusze auch unter nachtgespenstern. Freytag ahnen 1, 215.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1881), Bd. VII (1889), Sp. 181, Z. 66.

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Zitationshilfe
„nachtgespenst“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/nachtgespenst>, abgerufen am 05.12.2020.

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