nachtgewand n
Fundstelle: Lfg. 1 (1881), Bd. VII (1889), Sp. 182, Z. 67
1)
wie nachtkleid: mhd.
daʒ uns niener nahtgewant (hs. nachwant)
noch sô vil sô ein hemde
nâch dirre langen fremde
underwîlen scheide.
Hartmann büchlein 2, 660;
nhd. ich warf um meine glieder
ein nachtgewand.
Voss ged. 4, 245;
ein leichtes nachtgewand,
so zart als hätten spinnen es gewebet,
umschattet ihren leib.
Wieland Oberon 11, 7;
es steht vor mir in leichtem nachtgewande ..
die unholdin.
Hölty 172 Halm;
an einem tisch sitzt frau Millerin noch im nachtgewand und trinkt ihren kaffee. Schiller 3, 356 (kabale 1, 1).
2)
gewand der nacht, bildlich:
berget immer die erhabne schande
mit des majestätsrechts nachtgewande.
Schiller 1, 344;
wo der sturm .. dahinbraust
mit fliegender locke, mit rauschendem nachtgewand.
Lenau (1880) 1, 46.
Zitationshilfe
„nachtgewand“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/nachtgewand>, abgerufen am 21.08.2019.

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