Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

nager, m.

nager m
1)
einer der nagt, abnagt Stieler 1324; besonders ein nagethier (glis) Brehm thierl. 2, 59 ff.: die nager sind .. höchst merkwürdig gebildet. scharfes, aber geringes erfassen, eilige sättigung, auch nachher wiederholtes abraspeln der gegenstände, fortgesetztes fast krampfhaft leidenschaftliches, absichtslos zerstörendes knuspern. Göthe 55, 318;
nacht umschweigt mein krankenlager;
an der morschen diele nur
reget sich der kleine nager.
Lenau (1880) 1, 120;
auch von nagenden käfern: der nager, scarabaeus horticola Nemnich 2, 1236. Stalder 2, 229.
2)
bildlich zu nagen I, 2, f, β:
der himmel mag vor deinen gram sich lagern,
all seine götterkräfte lasz erglühn,
dasz er die seele dir von ihren nagern
rein schaffe und sie wieder mache blühn.
Lenau 1, 52.
3)
etwas woran man nagt oder nagen musz. tirol. der nager, ein pfirsich fester art, dessen kern sich nicht von selbst ablöst. Schöpf 457.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1882), Bd. VII (1889), Sp. 275, Z. 8.

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