Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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nestling, m.

nestling, m.
1)
nestvogel (aus der abtheilung der nesthocker), der noch nicht flügge ist, sodann übertragen auf kinder (auch geisteskinder Thümmel reise 10, 217); nestling, a nestcok Ludwig 1321;
ohn ende schallt die stimme
der nestlinge (jungen schwalben), die piepen.
Stolberg ged. (1781) 157;
wo ihr liedchen die vögel piependen nestlingen lehrten.
Sonnenberg nachl. (1808) 103;
ihr jungen unflücken aus dem ei gekrochenen nestlinge. Tieck 3, 86; aber es hat sich da eine brut von kindern aufgefunden, kleine nestlinge, die immer über das gespräch hinausschreien. Schlegel Shakesp. 3, 213 (Hamlet 2, 2); der habicht (der vater) schreit nach seinem nestling, gehorche dem ruf, fürstin der Thüringe. Freytag ahnen 1, 261; das sind meine sechs nestlinge. 2, 20; lenke du den flug deiner nestlinge. 169. auch wie nestheckel, nestküchlein in der übertragenen bedeutung: die kleine Valerie war als nestling in kinderreichem hause der liebling der eltern. 6, 324.
2)
weidmännisch, ein aus dem neste genommener raubvogel, welcher zur beize abgerichtet werden soll. Zedler 23, 1964. Heppe 224. Eggers 2, 271ᵇ. Kehrein 218; der falke heiszt ein nestling (nidasius), wenn man ihn jung aus dem neste gehoben hat. Nemnich 1568.
3)
das nestjunge anderer thiere: er hatte unter einer winkeltreppe ein schätzbares katzennest entdeckt, aus welchem er etwa ein oder zwei nestlinge auszuheben gedachte. J. Paul Katzenb. 1, 31.
4)
der weiszfisch, cyprinus alburnus Nemnich 1, 1354.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1883), Bd. VII (1889), Sp. 631, Z. 6.

nistling, nisteling, m.

nistling, nisteling, m.
ein im nest gefangener raubvogel Rädlein 677ᵃ (vergl. nestling): die habichen, so man ausz den nestern zeucht, zu latein nidarii, das ist nisteling genennt, die werden für die andern gehalten und fliehen gar selten von ihren herrn. Heuslin Gesners vogelb. 260. vergl. 261. 269. 280; die nisteling (vorher nüstling) sein die, welche man erst neulich gar jung ausz dem näst gehebt hat. Sebiz feldbau 606; der herr von B. hat mir ein sperber verheiszen, ... will aber bald ein andern nistling ausz dem geständ heben. Fischart Garg. 244ᵃ. übertragen: bedenkt er sich, diesem jungen nistling das gelbe vom schnabel zu wischen. Harsdörfer lust- und lehrr. gesch. 1, 201.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1884), Bd. VII (1889), Sp. 859, Z. 77.

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Zitationshilfe
„nestling“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/nestling>, abgerufen am 23.10.2020.

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