Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

oriflamme, f.

oriflamme, f.
aus franz. oriflame, früher auch oriflambe und oriflant, mlat. auriflamma, ursprünglich die aus éinem stück feuerroten taffets bestehende und an einer vergoldeten lanze befestigte kirchenfahne des klosters St. Denis als hauptbanner der Franzosen, sodann im weiteren sinne auch das hauptbanner eines heeres Diez⁴ 649 f.: des kaisers Groszkarle oriflambe. Fischart Garg. 117ᵇ; am Johannistage 1190 empfing Philipp August in der abtei zu St. Denis die oriflamme. Becker weltg.⁴ 6, 147;
denn wenn im kampf die muthigsten verzagen,
wenn Frankreichs leztes schicksal nun sich naht,
dann wirst du meine oriflamme tragen.
Schiller 13, 188 (jungfr. von Orl., prolog 4).
in bildlicher verwendung: er ist ein groszer poltron, hoffertig, impertinent undt dasz ist die oriflame von den meisten damen (dem sie wie einer fahne folgen). Elis. Charl. (1877) 255;
der sakramente höchstes ist die liebe,
die oriflamme ists im heilgen kampf.
Z. Werner M. Luther 5, 3;
wann rollt sich auf der wolken oriflamme,
des donners kriegerische wut zu schlichten?
Platen 2, 23.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1346, Z. 65.

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Zitationshilfe
„oriflamme“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/oriflamme>, abgerufen am 08.08.2020.

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