Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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osten, m.

osten, m.,
ahd. ôstan, ôsten, mhd. ôsten m. und n., nl. oosten n. und darnach auch manchmal bei norddeutschen schriftstellern das osten, z. b. Rist Parn. im vorbericht. die etymologie s. bei ost.
1)
wie ost 1, die himmelsgegend gegen sonnenaufgang, oriens Dief. 400ᵇ: es dämmert, der osten färbt sich bleich. d. junge Göthe 2, 168;
und noch gehüllt in tiefes dunkel lag
vor mir der osten.
Chamisso (1872) 2, 122;
wenn flammend sich des ostens pforten röthen.
Schlegel sommernachtstraum 2, 2;
und da den osten schon ein kranz von rosen schmückt.
Wieland Idris 3, 138;
sobald er (tag) dem osten entsprang.
Kinkel ged. (1857) 120.
mit einer präposition des ortes (vgl.osten adv.): man hat (von Rists Parnassus aus) für sich ins osten den ganzen ... Elbestrich. Rist Parn., vorbericht; im letzten osten, an der welt gränze. Göthe 46, 32;
zum osten du, er westwärts (gehend).
5, 71;
und graut im osten erst der junge tag.
Chamisso (1872) 2, 130;
dort kommt im osten voll und klar
herauf des mondes schimmern.
Lenau (1880) 1, 65.
2)
wie ost 2, östlich gelegenes land, östliche länder, morgenland: sanctum Paulum vûrte man in daʒ ôsten. myst. 1, 149, 18;
(hyacinthen) die uns osten giebet.
Brockes 9, 71;
flüchte du, im reinen osten
patriarchenluft zu kosten.
Göthe 5, 3,
Attila ... aus dem fernsten osten. 30, 168; das wachsende kriegsglück Solimans zog seine aufmerksamkeit mehr auf den osten als auf den westen von Europa. Schiller 7, 64;
warfst du (Rom) in staub des ostens welt.
Kinkel ged. (1857) 75.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1370, Z. 59.

osten, adv.

osten, adv.,
ahd. ôstana und fon ôstana, von osten her, mhd. ôstene, ôsten, nach, im osten gramm. 3, 205. 208. J. Grimm kl. schriften 4, 258. nhd. nur mit einer präposition des ortes, wobei osten als artikelloser casus des substantivs osten (1 und 2) angesehen wird (vergl.norden sp. 890): wan wir sachen sein stern in osten. cod. Tepl. Matth. 2, 2 (im morgenland Luther); Langenberder, so .. gegen osten .. saszen. Aventin. 4, 766, 25;
(hyacinthen) die man uns aus osten bringt.
Brockes 9, 71;
vor grauen jahren lebt' ein mann in osten.
Lessing 2, 276 (Nathan 3, 6);
ihm nach zog ein .. gewitter aus osten. J. Paul herbstblum. 2, 138;
sturm und fluth (mag) nach osten führen.
Göthe 4, 387;
ich habe geschrieben nach osten und westen. Kotzebue dram. spiele 1, 296;
sie haben fern nach osten mit gewalt
mich weggeführt.
Chamisso (1872) 2, 56;
da zuckte der blitz und zerrisz den finstern himmel
schnell von westen bis osten hinauf.
Pyrker Tunisias 4, 207;
von osten kam mit stiller macht
das christenthum geschritten.
Rückert 3, 370.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1371, Z. 11.

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Zitationshilfe
„osten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/osten>, abgerufen am 14.08.2020.

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