Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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oster, f.

oster, f.,
s.auster theil 1, 996 und Stieler 1401. Hennig 175: ostrea haiʒt ain oster. Megenberg 256, 6;
ostera das ist ein meerschneck,
den Walhen sehr ein gut geschleck.
H. Sachs 7, 460, 29;
das ding nennt man allhie eine oster. Schuppius 303; plur. ostern und osters (nnl. oesteren, oesters Kramer 222ᵃ); so doch dasselbig wasser voller ostern ist. Heyden Plin. 304;
kent nicht was ostern sein, weisz gar nichts von lampreten.
Opitz (1624) 13
(was austern sein
1646 1, 162);
die osters Fischart groszm. 15, osternfischer, osternverkäufer 94.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1371, Z. 45.

oster, ostern, f.

oster, ostern, f.,
den singular oster kennt die schriftsprache nur noch in zusammensetzungen (osterabend, osterei u. s. w.). ein altes westgermanisches wort: ahd. ôstarâ, ôstrâ, mhd. ôster, gewöhnlich im plur. ôstarûn, ôstrûn, ôsteron, ôstron, ôsteren, ôstern; ags. eâster, plur. eâstra, das fest der auferstehung Christi, die österliche zeit. Beda (de temporum ratione cap. 13) erklärt 'eosturmonath qui nunc pascalis mensis interpretatur, quondam a dea illorum, quae Eostre (für Eâstre) vocabatur et cui in illo festa celebrabant, a cujus nomine nunc paschale tempus cognominant, consueto antiquae observationis vocabulo gaudia novae solemnitatis vocantes.' auf diese ags. Eostre, die vielleicht nur eine erfindung Bedas ist (Weinhold monatsnamen 52), stützt sich die gemutmaszte deutsche frühlingsgöttin Ôstarâ, deren fest in dem nach ihr benannten april gefeiert und dann für das christliche auferstehungsfest angewandt worden sein soll (myth.⁴ 1, 241. zeitschr. f. d. myth. 3, 356 ff. Kuhn zeitschr. 3, 450 ff.). sicher ist nur, dasz das zu grunde liegende altgerman. austrô von aust (s.ost) abgeleitet und ähnlich gebildet ist wie lat. auster, altslav. utro (für ustro), so dasz der begriff der morgenröte, des aufsteigenden tageslichtes zunächst auf die zeit des wiedererwachens der natur, des frühlings, sodann auf das in dieser zeit stattfindende christliche auferstehungsfest (auch aufs paschafest), nach welchem Karl d. grosze den april benannt hat (ôstermânôth Einhart cap. 29), übertragen worden ist.
1)
im singular.
a)
oster (s. die composita), mhd. in der heiligen ôster. der veter buch 48, 15 Palm;
wâ er ze jungeste begie
die ôster (paschafest).
Reinfr. von Braunschw. 18097;
nhd. 14 tag nach osster Hug Villinger chron. 27, nach ostera 153, umb ostra 59; schweiz. d'ostere: nach der charwuche chunnt d'ostere (nach trauer freude) Staub-Tobler 1, 580.
b)
aus dem plur. ostern hat sich auch ein neuer singular mit allen drei geschlechtern gebildet: schon mhd. ôstern, dî nû schierist chumt. urkundenb. d. landes ob d. Ens 4, 202 (vom j. 1294); nhd. wan der mestag der juden, daʒ ostern waʒ nachen. cod. Tepl. Joh. 6, 4. 11, 55 (es war aber nahen die ostern der juden fest. Luther); vor dem messtag deʒ ostern. 13, 1 (vor dem fest der ostern); Josias machet das ostern dem herren in Jerusalem und opfert das osterlamp. bibel von 1483 225ᵃ; ostern ist nie on staub und laub. Fischart groszm. 18 neudruck (ostern hab schön oder trüb wetter, so komt sie nimmer ohn laub und bletter. 1623, 29);
denn als nun wieder ostern war.
P. Gerhard 12, 13 Gödeke;
ich muszte zur ostern die eier .. weihen. Bronner leben 3, 158; bis zum nächsten ostern. Freytag soll und haben 3, 193; osterns heilge nähe. Rückert 2, 254; ostern war vorüber. Auerbach ges. schriften 2, 237;
komm die ostern wann sie will,
so kommt sie doch im april.
Simrock sprichw. 415.
bildlich: ein ostern der verjüngung, das hernieder
ins menschenherz der gottheit athem weht.
A. Grün schutt (1836) 179;
das herz hat auch sein ostern, wo der stein
vom grabe springt.
Geibel ged. (1882) 268.
früher auch für osterlamm, ostermahl: wir machen dir dîn ôstern nâch der alten ê. Alsfeld. pass. 34ᵃ; wan daʒ sie eʒʒen das ostern. cod. Tepl. Joh. 18, 28 (auf das sie .. ostern möchten essen. Luther); geet, nembt ein tier .. und opfert die ostern. bibel von 1483 37ᵇ (schlachtet das passah 2 Mos. 12, 21).
2)
im plural, wie im singular mit und ohne artikel: mhd.
der mage .. die ôsteren begên.
Milstäter exodus 157, 18;
nhd. die ostern halten (feiern). Luther 6, 417ᵇ. Wurstisen 235; wenn nun die osteren hinweg sind. Wickram rollw. 88, 7 Kurz;
ostern sind schon längst vorbei.
S. Dach 787 Öst.;
grüne weihnachten, schneeweis ostern. Colerus 1, 113ᵇ; weisze weihnachten, grüne ostern. Auerbach ges. schriften 1, 317; bildlich:
ach! wenn sich doch nur bald ein tag der ostern fände,
an dem zum wenigsten die hoffnung auferstände.
Günther 827;
ich meine die auferstehung des geistes, die ewigen ostern des herzens! G. Keller Seldw.⁴ 2, 285.
3)
steht ostern adverbial, wobei genus und numerus nicht immer zu unterscheiden ist.
a)
mit präpositionen, an, auf, bis, nach, um, zu (den, die) ostern: mhd.
und was diu (hochzeit) z'einen ôstern.
Konrad Otte 27;
md. nâch den ôstirn .. zôch er vor daʒ sloʒ. Ködiz heil. Ludw. 34, 23; nhd. das er alle welt zwingt auf ostern zum sacrament gehen. Luther 2, 80ᵇ; sechs tage vor den ostern. Joh. 12, 1 (vor sechs tagen zu ostern. cod. Tepl.); zwischen ostern und pfingsten heiraten die unseligen. Frank sprichw. 2, 124ᵇ. Simrock 415;
wann sie nichten so seltzam wern,
umb ostern man gern weinbeer esz.
Eyering 1, 343;
auf ostern gieng er zum nachtmahl. Stilling jüngl. (1780) 18; er war nur noch bis ostern bei .. 178; dieses geschah dienstags vor ostern. 179; also soll ich gegen ostern gesund sein? der junge Göthe 1, 56; weil sie mir biss auf ostern aufschub gegeben haben. 72; auf ostern wird dann hoffentlich ihre verbindung vor sich gehen. 73; gegen ostern oder nach ostern hofft er zu kommen. an Schiller 130 (1, 272);
denn so war ich zuletzt an ostern hinübergegangen.
werke 40, 254.
b)
ohne präposition als adverbialer accusativ oder dativ: der zins müste alle ostern und Michaelis gefällig sein Weise erzn. 54 neudruck; diese, nächste, künftige, vorige ostern u. s. w.; ostern vor einem jahre wollte mich herr Moses besuchen. Lessing 12, 82; wenn itzige ostern .. in meinem processe eine gute sentenz für mich gesprochen wird. 139; wenn ich ostern käme. d. j. Göthe 1, 73; eh nun, wenn es ostern nicht ist, so ists Michael. ebenda;
nun geht der herr, der ostern auferstand,
auf erden sieben wochen bis zu pfingsten.
Rückert 4, 252;
der frühling ist ostern auferstanden.
5, 436.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1371, Z. 60.

oster, adj. und adv.

oster, adj. und adv.,
ahd. ôstar adv., mhd. ôster adj. und adv. nach osten hin, im osten, östlich; nhd. nur in zusammensetzungen osterland, osterseite u. s. w. J. Grimm kl. schriften 4, 283, myth.⁴ 1, 241.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1371, Z. 56.

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Zitationshilfe
„oster“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/oster>, abgerufen am 06.08.2020.

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