Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

ostermärlein, ostermärchen, n.

ostermärlein, -märchen, n.
ein lustiges märchen, das die prediger ehemals mit moralischer nutzanwendung in die osterpredigt einflochten, das volk zu erheitern, dann überhaupt ein lustiges märchen (vergl.osterneu) Schm.² 1, 1634. Hoffmann kirchenl.³ 198 f. Germania 3, 407. myth.⁴ 651: beschleüszt also sein predig mit etwa einem schambaren ostermerlin, auf das er die oren der jugend kitzlet .. damit hat der passion ein end. Frank weltb. 135ᵇ; das sogenannte christliche ostergelächter oder die ostermährlein herrschen in allen büchern, ja in diesen fastenpredigten wurde sogar noch früher gescherzt. J. Paul polit. fastenpred. 55; noch in meiner kindheit erzählten die katholischen prediger am ersten ostertag ihr sogenanntes ostermährchen, welches eine drollichte anspielung auf die auferstehungsgeschichte enthielt, je lächerlicher, je besser. J. G. Jacobi 5, 41.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1377, Z. 64.

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Zitationshilfe
„ostermärchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/osterm%C3%A4rchen>, abgerufen am 12.08.2020.

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