Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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otter, m.

otter, m.,
bestimmter fischotter (th. 3, 1687) und wie dieses seit dem 17. jahrh. durch verwechselung mit dem folgenden otter auch als feminin gebraucht, woraus sich der schwachformige plur. die ottern erklärt. das vorauszusetzende und dem altn. otr, ags. otor, nd. otter entsprechende goth. utrs, dessen tr im ahd. ottar, oter, mhd. nhd. otter unverschoben geblieben ist (wie in bitter, lauter, treu, zittern), stimmt überein mit sanskr. udra, lit. údra, altslav. vydra, griech. ὕδρα und ὕδρος, abgeleitet von sanskr. uda wasser (wurzel ud benetzen, s.wasser) und im allgemeinen ein 'wasserthier' bezeichnend. Curtius³ 233. Fick³ 3, 33. Kluge 246ᵇ.
1)
der fischotter, lutra Megenberg 149, 28 ff.:
die selben (unmäszigen) geleicht man dem otter,
wann er ist als gar unmäszig
und als gar durchfräszig,
das er den summer claubet in sein hol,
wes er den winter leben sol.
Vintler 5257;
und spricht, si (die fische) hab der otter fressen.
teufels netz 9616;
so müssen in (den aal) die otter haben fressen. Pauli 19 Öst.; der otter ist ausz dem geschlächt desz bibers, dann er geläbt halber desz wassers, halber aber desz lufts .. er füllt seine löcher mit so vil fischen, dasz sy auch zuͦ zeiten stinkend werdend .., dannethär werdend sy auch so voll gestanks, dasz es in ein sprüchwort kommen von einem übelriechenden menschen, du stinkst wie ein otter. Forer Gesners thierb. 129 (vgl. dazu Megenberg 150, 6 ff.); wann der otter mit dem fisch eins wird (= auf nimmerles tag). Fischart groszm. 55; der otter und der biber gaben sich in die tieffe, schwummen meisterlich in der flut immer fort. eselkönig 205; der otter fischet, steigt aus dem wasser, geht über land nach andern fischereien, pfeifet, ranzet und bringt junge. Döbel jägerpractiken 40; was der otter gefaszt hat, läszt er nicht wieder los, und wenn man ihn todt schlägt. Brehm thierl. 2, 566;
als vater und sohn am gefrornen teiche dem otter
nachts .. auflauerten.
Voss ged. 2, 129.
die otter Schottelius 1372. Stieler 9. Oken 7, 1479 ff.:
da brachte die otter
eine junge ente hervor.
Göthe 40, 209;
Falst. du bist eine bestie ... wirthin. was für eine bestie? Falst. nun eine otter. wirthin. warum eine otter? Falst. warum? sie ist weder fisch noch fleisch, man weisz nicht, wo sie zu haben ist. Schlegel Shakesp. 6, 124; sie zogen der otter den balg ab. Simrock edda 156; du tauchst behend wie die otter im flusz. Freytag ahnen 1, 77; da sah er eine wilde otter, welche gegen einen schwan kämpfte. 467; ottern und biber haben keine hege. Hillebrand rechtssprichw. nr. 91.
2)
wie fuchs, katze, marder, zobel u. a. für otterfell, otterpelz:
an statt der otter und der katz
steck ich die hand in meinen latz.
Finkelthaus, Gödeke elf bücher 1, 304ᵇ, 20;
vergl. ein waidman .. trägt einen gantzen abgezogenen otter an statt eines händschuchs an, weil er unlangst denselben otter hat geschossen. Philander (1650) 2, 145.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1384, Z. 25.

otter, f.

otter, f.,
aus nd. adder = hochd. natter (sp. 426) durch trübung des a in o entstanden; s.atter theil 1, 595 und dazu Schm.² 1, 171. Staub-Tobler 1, 588. die mit Luther beginnende schreibung otter hat zur verwechselung mit dem vorhergehenden otter verleitet, dessen geschlecht es im 16. und 17. jh. auch manchmal annimmt, was wieder zur bildung des fem. otterin geführt hat: oter, vipera Dasyp. L 3ᵇ; ir wuͤten ist gleich wie das wuͤten einer schlangen, wie eine taub otter, die ir ohr zustopft. ps. 58, 5; aber darnach beist er (der unmäszig genossene wein) wie eine schlange und sticht wie eine ottern. spr. Sal. 23, 32; dan wird eine schlange werden auf dem wege und ein otter auf dem steige und das pferd in die ferssen beiszen. 1 Mos. 59, 17 (und nennet den könig .. einen otter auf dem steige, so das pferd in die fersen beisze. Rollenhagen froschm. vorr. A 8ᵃ); da aber Paulus einen hauffen reiser zusamen raffelt, und legt es aufs fewr, kam ein otter (ein vipper cod. Tepl.) von der hitze und fuhr Paulo an seine hand. ap. gesch. 28, 3; vipernater oder otter. Gesners schlangenbuch, deutsch 52ᵃ; wie der otter das gift in den augen führet und mit seinem bloszen anschawn die .. vögel tödtet. Albertinus narrenhatz 15; so erzeigt sie (böses weib) sich giftig wie ein otter. weibl. lustgarten 279ᵃ;
ohnmächtiges beschwören!
euch, nur im drohen stark, wird keine otter hören!
Lessing 3, 336;
stumm schwitzt er gift aus,
wie die otter schweigt.
Göthe 6, 12.
bildlich: allen übrigen ottern des lebens (feindlichen angriffen des schicksals) .. war er unzugänglich. J. Paul Tit. 3, 7.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1886), Bd. VII (1889), Sp. 1384, Z. 79.

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Zitationshilfe
„otter“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/otter>, abgerufen am 08.08.2020.

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