Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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puffe, f.

puffe, f.,
leipzigerisch was puff 4, ein bausch, besonders am oberärmel (nach schriftlicher mittheilung).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1889), Bd. VII (1889), Sp. 2209, Z. 52.

büffen, puffen

büffen, puffen,
verberare, schlagen, stoszen, Alberus hat: ich büff, oppuvio, welches lat. wort nur in der dritten person vorkommt, vgl. Forcellini unter obpuviat, verberat, also ein puviare, puvire voraussetzt, aus dem das roman. buffare, bouffer wirklich entsprungen sein könnte. unser büffen erscheint in folgenden bedeutungen,
1)
das haar büffen, auftreiben, bauschen machen, frisieren: schnaphene uf der gassen, die das har büffen. Keisersb. brösaml. 12ᵃ; das har büffen, das har kraus machen, was nutz bringt das einem? es sol wol ston. kaufmannschatz 95ᵈ; hastu ein hübsch weib, so darfstu ir nit förchten vor den schnaphanen, die uf der gassen gon und das har büffen und ir hoffieren. sch. und ernst 1522 cap. 210. 1555 cap. 254; das har strälen und büffen, comam frangere in gradus. Maaler 81ᵇ; ihr haar püffen und pflanzen (vgl.aufpflanzen 1, 700) si mit einem leinin hütlin bedeckt. Frank weltb. 80ᵇ; biften ihr har, legten weiber kleider an, bestrichen sich mit köstlicher salb. chron. 37ᵃ; in gold mit gepüftem har geschmuckt. 438ᵇ; dis volk hat eine besondere herrlichkeit mit seinem har, welches es pflegt zu büffen oder zu krümmen (insigne gentis obliquare crinem nodoque substringere). Micylis Tac. 449ᵇ;
der geister gar ein grosze schar,
welchen man püffet ire har
mit schwefel, harz und teufelsdreck,
das in ging haut und har hinweck.
H. Sachs I, 358ᶜ;
mit dem har man abpüffen thut
ir rüemen, geuden und prenkieren.
das.;
ein balbirer, der das har büffet oder krauset. Henisch 551, 52; wie die harlocken so zierlich und ehrenmäszig über die schultern abhiengen, auch also sauberlich gebüffet und gesträlet waren. Ismeinius 18ᵃ; waren meine haare weder gekampelt noch gebüft worden. Simpl. 1, 68; Stieler 258 schreibt buffen erispare, intorquere und meint daraus auch büffel herleiten zu können. buffen, büffen, biffen in diesem sinn lebt noch heute in Baiern: den kopf aufpiffen, aufgepüfte weiber, die ist recht aufgebuft. Schm. 1, 157.
2)
den trank büffen, mischen, würzen? darum hetten sie im den trunk gemacht und gebift, auch in überredt, es wer cardobenedicten wein. Frey garteng. cap. 22. darf man hiermit den namen puf für starkes bier und die bedeutung von puf, rausch verbinden?
3)
büffen, puffen, pulsare, klopfen, schlagen, vgl. engl. puff: plaset und püffet mit ledern flaschen, malzenlägelin und gurgutteruffen. Garg. 101ᵇ; einen puffen, knuffen, mit der faust ins gesicht puffen, hinters ohr puffen;
sie puften sich das cranium.
Götz 3, 134;
schlägel, womit er blosz ein oder zweimal auf eine ans bettuch gestellte trommel pufte. J. P. Hesp. 2, 11; man puft in den holen rücken und die äuszern menschen werden gepuft. holzschn. 158.
4)
häufiger puffen, intr., klopfen, schlagen, knallen: derhalben viel kräft beim herzen zusammenkommen, welche aber den gliedern durch weichung des geblüts entgehen, daraus dann die glieder als beraubte erzittern, macht und kraftlos werden und buffen. Thurneisser von wassern. 197;
der winter thet noch basz anpuffen (anklopfen an die thür).
H. Sachs I, 421;
wer zählt die luft,
die durch die lippen dringt?
mein wundes herze springt,
es klopft, es puft.
Fleming 404 (400);
klopfe sie, buffe sie, und nimm sie bei dem flügel,
und schmier sie mit eim prügel.
Hoffm. gesellsch. lieder s. 227;
'das puft', das läszt sich hören: hundert thaler, das puft; da der selige papa mit ihnen hier durchgieng, blieben sie etwa einen lumpigen tag, das pufte. Chr. Fel. Weisze; andre nüsse her! wart will dir diese wieder an den kopf werfen, daszs puft. Fr. Müller 1, 301;
haut und sticht er das thier im halse, dasz es puft;
es schieszt, ich höre deutlich von weitem puffen = knallen; aber aus all dem hin und her sprengen, dem hin und wieder puffen ergab sich zuletzt kein resultat, als dasz einer der unsrigen erschossen wurde. Göthe 30, 78; wir erwarteten nun die vorposten abermals puffen zu hören. 30, 95.
5)
vgl.abpuffen, anpuffen, ↗aufpuffen, auspuffen, verpuffen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 492, Z. 72.

puffen, püffen, verb.

puffen, püffen, verb.
was buffen, büffen, wo auch für den p-anlaut schon beispiele gegeben sind, zu denen hier einige nachträge kommen.
1)
einen puff (1) thun, dumpf schallen, knallen, s. buffen 4 und pfupfen: (ein krieg) gehet zu mit stechen und brechen, mit hauen und schreien, mit poffen (nl. form) und platzen. Luther 3, 180ᵃ; alles ist voll greuwlicher stimme, ruffens, feuwer, thon und puffens des erschrecklichen schieszens. Kirchhof wendunm. 2, 301 (3, 32) Öst.;
(ein trunkener bauer,) der nicht vertragen kan die luft,
felt mit dem kopf, das es gar pufft.
der postreutter (1591) D 3ᵃ;
als wenn in schmelzhütten die hemmer
ein puffen machen und gedemmer.
Rollenhagen froschm. II. 5, 1 (Ji 6ᵃ);
auf hohen felsen, wo der starke donner pufft.
Rist Parnasz 570;
wie's wolkenbüchslein blitzt' und pufft'.
Lenau 2, 80.
nd. he sleit darup, dat idt puffet brem. wb. 3, 370; hanauisch auch im sinne von pedere Pfister nachtr. 212. — transitiv, anpuffen, anbellen, bellend anfallen:
ein wilt das die hunde buffen an.
gereimte vorrede zum Sachsensp. 90.
2)
heftig und hörbar schlagen, klopfen, besonders vom herzschlage: der mund stammelt, das herz im leibe puffet. Abelii leibmedicus der studenten (1720) 25;
sein herze pufft
und schlägt gleich einer uhr.
Mühlpforth hochzeitged. 138.
mit schall auftreten Frommann 6, 29, s. puffhütte.
3)
einen puff (2) geben, püffe austheilen, s. buffen, ↗büffen 2:
dann hebt sich auf der gas ein muffen,
ein pöcken und herwider-puffen.
H. Sachs 4, 240, 7;
künftig kannst du auch das puffen und treten unterlassen. Immermann Münchh. 1, 317; transitiv:
wie igel wälzten sie (die raufenden) im staube sich herum
und pufften sich das cranium.
Götz 3, 134.
puffen mit: er trieb ein gebundenes bäuerlein vor sich her und da dieses ungern vorausging, so puffte und stiesz er es mit seinem rohr. Freytag ahnen 6, 359.
4)
einen puff (4) machen.
a)
intransitiv, bauschen, bauschig sein oder werden:
dasz bauschig ihr gefieder puft.
Voss ged. 6, 244;
von elastisch feiner leinwand
puffte ihre flügelhaube.
Herder Cid 15.
b)
transitiv, das haar, den kopf puffen, püffen, bauschig machen, kräuseln, frisieren, pudern, s.büffen 1: die drit schel (narrenschelle) ist das har büffen, ... krumm und krausz machen. Keisersberg narrensch. 28ᵃ, s. Brant 4, 9 u. anm.; das har lassen püffen, das es fin krusz werd. Murner geuchm. D 4ᵇ; hett er sein haar ... gebufft. Zimm. chron.² 2, 462, 38; kämpelte und püffte er das haar. Lazarillo de Tormes 79; seine har liesz er auch ... kreuseln und püffen. Albertinus weibl. lustgarten 219ᵇ; den kopf püffen. hauspolizei 1, 211ᵃ; er hätte sich mit dem Cyper-pulfer also ... gepüffet. Philander (1650) 2, 146; eine hoch gepuffte frisur. Freytag ahnen 6, 327; figürlich:
ich kond s' (den bauern) fin salben und in massen puffen,
dasz den puren die ougen recht uberluffen.
N. Manuel ablaszkrämer 347.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1889), Bd. VII (1889), Sp. 2209, Z. 75.

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Zitationshilfe
„püffen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/p%C3%BCffen>, abgerufen am 18.05.2021.

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