Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

püster, m.

püster, m.,
das nd. pûster, püster.
1)
blasebalg, blaserohr Schiller-Lübben 3, 393ᵃ. brem. wb. 3, 382. Voss ged. 2, 384:
ein dicker staub von mehl, der still im püster (= puderpüster) lag.
Zachariä renomm. 3, 207.
s. v. a. bovist, stauber, staubschwamm Nemnich 3, 449.
2)
ein bausbackiger dicker junge, ein kurzer dicker mensch brem. wb. 3, 383; ein aufgeschwollener püsterich. Matthisson erinn. (1825) 1, 76; püster oder püsterich 'ein alter abgott der Deutschen in Niedersachsen, scheinet verehret und also genennet worden zu sein, weil er dicke backen gehabt und feuer ausgeblasen' Richey 195, vgl. J. G. Jacobi 3, 68 anm. Göthe 3, 307 H., anm. 1. Meyer reisehandbuch über Thüringen (1871) 730: abgott der alten Deutschen, welchen sie den dicken püster nennten. Rabener (1755) 2, 27; er blies wie der püster in der kirche zu Dobbran ('eine meklenburg. antiquität'). Hermes Soph. (1776) 2, 461;
pusterich, ein götzenbild,
gräszlich anzuschauen.
Göthe 56, 91 f., vgl. 4, 374.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1889), Bd. VII (1889), Sp. 2278, Z. 77.

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Zitationshilfe
„püster“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/p%C3%BCster>, abgerufen am 05.07.2020.

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