Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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putsch, m.

putsch, m.,
s.butsch theil 2, 578.
1)
stosz, puff Seiler basl. mundart 47ᵇ (mhd. biuʒ, md. bûʒ, pûʒ, schlag Lexer 1, 291. 2, 312, vgl.bosz 1): um des (Christi) willen ich doch so vil groszer unsaglicher pütschen erlyd. Zwingli von dem tauf q 4ᵇ; keck bewegte sich das stubenmädchen im getümmel, man sah, dasz es ihm auf einige putsche mehr oder weniger nicht ankam. Gotthelf schuldenb. (1854) 100.
2)
zusammenstosz der leute, auflauf, kleine volkserhebung Seiler a. a. o.: das wort putsch stammt aus der guten stadt Zürich, wo man einen plötzlichen vorübergehenden regengusz einen putsch nennt und demgemäsz die eifersüchtigen nachbarstädte jede närrische gemüthsbewegung, begeisterung, zornigkeit, laune oder mode der Züricher einen Zürichputsch nennen. da nun die Züricher die ersten waren, die geputscht, so blieb der name für alle jene bewegungen u. s. w. G. Keller der grüne Heinrich 4, 457; als ... ein gerücht sich verbreitete, der putsch sei schon vorüber und günstig abgelaufen. Seldwyla⁴ 1, 181. 2, 17; was ist der rest von der ganzen märzromantik, von all den putschen, revolutionen genannt? Auerbach ges. schriften 15, 135.
3)
ein plötzlich vorübergehender regengusz, s. 2.
4)
(durch stoszen, quetschen) gewonnener obstwein, vgl.putschen: butsch, most von obstfrüchten, sicera Schm.² 1, 312 (vom j. 1737). Stalder 2, 505 (Luzern); wir wollen aber auch, dasz solche putschhäuser an keinen verdächtigen winklen seient, auch dasz der putsch keineswegs in den putschhäusern vertrunken, sondern allein bei dem zapfen uber die gassen weggeben werde. Brandstetter die zischlaute der mundart von Beromünster 77 (vom j. 1685).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1889), Bd. VII (1889), Sp. 2279, Z. 59.

putsche, pütsche, f.

putsche, pütsche, f.
was bitsche, bütsche (theil 2, 51) Schm.² 1, 312 f. Lexer kärnt. wb. 28. Schöpf 506: die h. schrift sagt, dasz der Noe habe einen rausch gehabt, setzt aber nit, dasz er aus einer kandel oder krug, oder pitschen, oder angster habe getrunken. Abr. a S. Clara Judas 3, 378.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1889), Bd. VII (1889), Sp. 2280, Z. 9.

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Zitationshilfe
„pütsche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/p%C3%BCtsche>, abgerufen am 13.06.2021.

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